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Freitag, Juli 19, 2024
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    Großbritannien und Frankreich planen strengere Überwachung des Ärmelkanals

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    8.000 Geflüchtete nutzten in diesem Jahr den Ärmelkanal, um nach Großbritannien zu gelangen. Das sind vier Mal so viele wie im letzten Jahr. Großbritannien ist nicht mehr bereit, die Geflüchteten aufzunehmen und plant gemeinsam mit Frankreich eine strengere Überwachung des Kanals.

    Großbritannien betrachtet die Flucht über den Ärmelkanal als „illegale Einwanderung“. Die Route gilt als gefährlich. Oft wird sie mit unsicheren Schlauchbooten überquert. Erst Ende Oktober war ein solches gesunken, wobei vier Menschen ums Leben kamen. Schon drei weitere starben in diesem Jahr bei der Flucht über den Ärmelkanal.

    Dennoch benutzen immer mehr Geflüchtete die Route: Waren es im letzten Jahr noch rund 2.000, die in Großbritannien ankamen, sind es in diesem Jahr schon etwa 8.000 Geflüchtete. Auch die Zahl der Todesopfer ist von vier auf bisher sieben gestiegen. Der Grund dafür ist vor allem das Fehlen „legaler“ Fluchtwege nach Großbritannien. Die Regierung des Inselstaats will diese sogar künftig weiter einschränken.

    Obwohl Frankreich in diesem Jahr bereits 1.300 Menschen an der Flucht über den Kanal hinderte, erhob Großbritannien weiterhin oft den Vorwurf, Frankreich würde nicht genug zur Verhinderung dieser Fluchtroute tun.

    Noch stärkere Überwachung

    Nun haben die Außenminister:innen Priti Patel und Gérald Darmanin ein Abkommen unterzeichnet, das Geflüchtete noch stärker kriminalisieren und abhalten soll. Es sieht unter anderem eine strengere Überwachung des Ärmelkanals vor. So sollen unter anderem Drohnen und Radarsysteme an der Küste und an den Häfen zum Einsatz kommen. Auch die Polizeipräsenz auf französischer Seite soll verdoppelt werden.

    Kritiker:innen meinen, dass die Kriminalisierung von Geflüchteten nicht die Lösung sei, um Menschen von der gefährlichen Flucht über den Ärmelkanal abzuhalten. Vielmehr komme es auf das Schaffen sicherer Fluchtwege an.

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