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Donnerstag, Juli 25, 2024
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    G20-Gipfel: Zehntausend demonstrieren in Rom

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    Die Chefs der G20-Staaten versammeln sich an diesem Wochenende in Rom zum Gipfeltreffen. Dabei haben sie sich auf Mussolinis prunkvollem Weltausstellungsgelände verschanzt und werden durch tausende Polizist:innen und Militärs von der Außenwelt abgeschirmt. Dort, in der Innenstadt von Rom, haben am Samstag etwa 10.000 Menschen gegen den Gipfel demonstriert. Die Polizei räumte Blockaden von Klimaaktivist:innen.

    Das Gelände des diesjährigen G20-Gipfels sollte einmal eine Weltausstellung beherbergen. Das geplante Jahr hierfür war 1942. Der italienische Staat wurde damals von dem faschistischen Diktator Benito Mussolini geführt, die Bauarbeiten der „Esposizione Universale di Roma“ begannen ab 1938. Zu der Weltausstellung sollte es jedoch nicht kommen. Der faschistische Vernichtungskrieg in Europa kam dazwischen, in dem Mussolinis Italien an der Seite Deutschlands kämpfte.

    Achtzig Jahre später hat das Gelände im Süden von Rom einen – zeitweilig – neuen Zweck gefunden: Hier treffen sich an diesem Wochenende nämlich die Führer:innen der G20-Staaten zu ihrem diesjährigen Gipfel. Abgeschirmt von tausenden Polizist:innen und Soldat:innen empfängt Italiens Ministerpräsident Mario Draghi unter anderem US-Präsident Joe Biden, Frankreichs Präsident Emmanuel Macron und die scheidende deutsche Kanzlerin Angela Merkel. Themen des Gipfels sind unter anderem die Klimapolitik und die weitere Bekämpfung der Corona-Pandemie.

    Dem gewaltigen Polizeiaufgebot zum Trotz haben am Samstag rund 10.000 Menschen in Roms Innenstadt gegen den G20-Gipfel demonstriert, darunter kommunistische Organisationen, Gewerkschafter:innen, Teile der „Fridays for Future“-Bewegung und Nichtregierungsorganisationen.

    Auch Beschäftigte – unter anderem der abgewickelten Fluggesellschaft Alitalia – nahmen an den Protesten teil. Auch die Belegschaft eines Autozulieferers aus der Toskana beteiligte sich mit 500 Arbeiter:innen, um in Rom gegen die Schließung ihres Werks durch einen multinationalen Konzern zu protestieren.

    Obwohl die Polizei mit Schilden Spalier stand, mit Wasserwerfern angerückt war und Hubschrauber über der Demonstration kreisen ließ, kam es während der Großdemonstration zu keinen größeren Zwischenfällen. Der Zug bewegte sich etwa zwei Kilometer durch die römische Innenstadt und kehrte nach einer Kundgebung wieder um. Bei anderen Protestaktionen wie etwa einer Straßenblockade durch Klimaaktivist:innen war die Polizei zuvor eingeschritten und hatte sie gewaltsam aufgelöst.

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