“Vonovia”-Vorstandschef Rolf Buch mache sich “extreme Sorgen”. Das erklärte er bei der Vorstellung der Jahresbilanz für 2021 mit Blick auf die Nebenkostenabrechnungen 2022, die 2023 fällig werden. Der Chef des milliardenschweren Wohnungskonzerns sprach von einer “Riesenproblemwelle”, die auf Mieter:innen zukommen werde.

Deswegen habe der Konzern, der allein in Deutschland 500.000 Wohnungen vermietet, schon jetzt die Mieter:innen aufgefordert, freiwillig ihre Nebenkostenvorschüsse zu erhöhen. Dass das nicht jedem Haushalt möglich ist, kann auch der Vorstandsvorsitzende Rolf Buch, der jedes Jahr mit mehreren Millionen Euro vergütet wird, sich ausrechnen.

Deswegen fordert er schon jetzt den Staat auf, aus Steuern finanzierte Unterstützungen für Mieter:innen zu überdenken. So solle, wenn die Mieter:innen nicht weiter belastbar seien, der Staat für die Gewinne der Aktionär:innen garantieren. Obwohl der Konzern sich der finanziell belastenden Lage der Mieter:innen bewusst zu sein scheint, sind die Mieten im vergangenen Jahr um mehr als 7 Euro pro Quadratmeter gestiegen, noch mehr als im Vorjahr. Das schlug sich im Jahresabschluss des Konzerns nieder: Der operative Gewinn betrug 1,67 Milliarden Euro, 24 Prozent mehr als im Vorjahr.

Gleichzeitig verspricht der Konzern seinen Aktionär:innen, die Rendite im kommenden Jahr noch zu erhöhen. Das finanzieren die Mieter:innen, die einen immer größeren Teil ihres Einkommens für die Miete aufwenden müssen. Auch der Vorsitzende des Deutschen Mieterbundes NRW, Hans-Jochem Witzke, kritisiert das Vorgehen in einer Mitteilung: Es könne nicht sein, so Witzke, dass den Aktionären des Wohnungskonzerns die Dividende quasi garantiert werde, während Mieterinnen und Mieter mit immer weniger bezahlbaren Mieten zu kämpfen haben.


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