Vor wenigen Tagen erst wurde in Schweden und Finnland über einen Beitritt zur NATO diskutiert. Jetzt haben beide Staaten eine engere Abstimmung ihrer Militärpolitik vereinbart. Der Schritt gilt als Reaktion auf den russischen Einmarsch in die Ukraine. Finnland rüstet zudem auf und kauft ein Flugabwehrsystem aus Israel.

Gut eine Woche nach Beginn des Ukraine-Kriegs werden auch in Nordeuropa neue Maßnahmen in der Militärpolitik vorbereitet. Schweden und Finnland kündigten an, dass sie sich in Zukunft in Sicherheitsfragen noch enger abstimmen wollen.

Zudem wollen beide Länder ihre „Verteidigungsanstrengungen erhöhen“, also militärisch aufrüsten. Das verkündete die finnische Ministerpräsidentin Sanna Marin am Samstag nach einem Treffen mit der schwedischen Regierungschefin Magdalena Andersson in Helsinki.

Andersson erklärte, dass Schweden derzeit über eine weitere Aufstockung der Militärausgaben diskutiere. Finnland verkündete, ein Flugabwehr-System aus israelischer Herstellung kaufen zu wollen. Das Land teilt eine gut 1.300 Kilometer lange Grenze mit Russland.

Im Gegensatz zum Nachbarland Norwegen sowie zu den anderen nordeuropäischen Staaten Dänemark und Island sind Finnland und Schweden keine Mitglieder der NATO, sondern offiziell neutral. Beide sind aber enge Partner der NATO und Mitglieder der Europäischen Union.

Erst in der vergangenen Woche waren in beiden Staaten Diskussionen über eine mögliche NATO-Mitgliedschaft aufgeflammt. Russland forderte daraufhin am Mittwoch in einem offiziellen Brief Sicherheitsgarantien von beiden Ländern ein. Am selben Tag sind nach schwedischen Angaben vier russische Kampfflugzeuge in den Luftraum über Schweden eingedrungen.


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