Der deutsche Rüstungsproduzent Rheinmetall plant, mit seinem neuen Kampfpanzer „Panther“ den Markt für Kampffahrzeuge aufzumischen, da Konkurrenz aus Asien droht. Die Namenswahl dürfte kein Zufall sein.

Rheinmetall hat den neuen Panzer „Panther“ als das  Nachfolgemodell des “Leopard 2” vorgestellt. Präsentiert wurde dieses Fahrzeug im Juni auf einer Rüstungsmesse in Paris. Der “KF51” übernimmt Antriebsstrang, Getriebe und Laufwerk des Leopard 2, soll jedoch leichter sein, voll digitalisiert und eine erhöhte Feuerkraft haben.

Bei der Namenswahl stellt sich Rheinmetall offensiv in die eigene Nazi-Tradition. Schon der von MAN hergestellte Panzerkampfwagen “V,” mit dem die Wehrmacht im zweiten Weltkrieg kämpfte, hieß “Panther”. Er war ein bedeutendes Gerät bei dem Überfall auf die Sowjetunion. Rheinmetall war bereits damals ein bedeutendes Rüstungsunternehmen und setzte unter anderem tausende Zwangsarbeiter ein.

Nachfrage gerecht werden

Mit dem neuen Panzer wolle man der gestiegenen Nachfrage gerecht zu werden. So sollen in Europa im Zeitraum bis 2030 bis zu 8.000 Kampfpanzer ersetzt werden. Rheinmetall hat sich das Ziel gesetzt, diese “Nachfrage” mit mindestens 500 Einheiten zu befriedigen.

Ein Großkunde ist zwar noch nicht in Sicht, möglicherweise zeigen sich aber kleinere europäische Staaten interessiert. In Produktion ist der „Panther“ noch nicht gegangen. Planungen sprechen davon, dass eine Großproduktion in den nächsten zwei Jahren möglich wäre.

Die Bundeswehr hingegen setzt auf eine Kooperation mit Frankreich, in der beide Staaten die Gemeinschaftsfirma KNDS unterstützen. Diese besteht aus den Rüstungsfirmen Krauss-Maffei Wegmann und Nexter. Bei ihnen ist ebenfalls ein neuer Kampfpanzer für das Jahr 2040 geplant.

Konkurrenz zu koreanischen Produkten

Laut Rheinmetall sieht man die Konkurrenz vor allem bei südkoreanischen Produkten: Die Firma “Hyundai Rotem” produziert den Kampfpanzer “K2”, der in Polen eine hohe Nachfrage genießt. 1.000 Stück wurden von Polen bereits bestellt. Der „Panther“ kostet nach Schätzungen ungefähr 15 Millionen Euro, sein Vorgänger “Leopard 2” rund 19 Millionen und das südkoreanische Pendant “K2” 13 Millionen Euro – pro Stück, versteht sich.


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