`
Sonntag, Mai 26, 2024
More

    Steigende Wohnungsnot bei den Studierenden in Berlin

    Teilen

    Studierende haben überall mit steigender Wohnungsnot zu kämpfen. Besonders in Berlin ist die Situation vor dem Semesterstart angespannt. 700 Euro Monatsmiete oder doppelt belegte Einzelzimmer sind dort mittlerweile Alltag.

    Lange Wartelisten für Wohnheime

    Berlin ist prozentual das Bundesland mit den wenigsten Wohnheimplätzen für Studierende. Die Unterbringungsquote für sie in öffentlich geförderten Wohnheimen und landeseigenen Wohnungsunternehmen liegt bei 5,32 Prozent, damit ist Berlin das traurige Schlusslicht. Spitzenreiter ist Thüringen mit 16,39 Prozent.

    Bei den Wohnheimen gibt es extrem lange Wartelisten, teilweise stehen dort bis zu 3.800 Studierende auf der Liste. Die Wartezeiten liegen bei zwei bis drei Semestern, erst dann hat man eine Aussicht auf einen Platz. Die Sprecherin des Studierendenwerks Berlin, Jana Judisch, sagt dazu: „Wir haben schlicht nichts im Angebot. Die Studierenden müssen warten und sich gedulden.“

    Gebrochene Versprechen vom Senat

    2015 gab es vom Senat das Versprechen für mehr bezahlbaren Wohnraum, es sollten circa 5.000 neue Wohnheimplätze gebaut werden. Das Versprechen wurde nicht annähernd eingelöst, zwischen 2018 und 2022 wurden lediglich 2.448 neue Plätze geschaffen – weniger als die Hälfte.

    Zu der bereits hohen Belastung von Studierenden und den steigenden Existenzängsten kommen ab Januar 2023 weitere Mieterhöhungen in den Wohnheimen hinzu. Bei Neu- und Folgeverträgen sollen die Mieten nun um 60 Euro pro Monat steigen. In einigen Wohnheimen werden mittlerweile Einzelzimmer doppelt belegt. Dort leben die Studierenden dann auf engstem Raum zusammen.

    Keine Alternativen

    Alternativen zu den Wohnheimen bieten sich kaum bis gar nicht. An eine eigene Wohnung ist sowieso nicht zu denken. Bei Wohngemeinschaften außerhalb der Wohnheime ist es mittlerweile normal, dass man bis zu 700 Euro für 10 Quadratmeter bezahlt – sofern man das Glück hat, zu einer WG- oder Wohnungsbesichtigung eingeladen zu werden.

    Mehr lesen

    Perspektive Online
    direkt auf dein Handy!

    Weitere News