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Mittwoch, April 17, 2024
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    Hunderttausende Wohnungen fehlen in Deutschland

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    Laut einer Studie fehlen in Deutschland so viele Wohnungen wie seit drei Jahrzehnten nicht mehr. Die Bundesregierung hat ihre Ziele für den Wohnungsbau verfehlt.

    Die Bundesregierung hat ihr selbstgestecktes Ziel im Wohnungsbau im Jahr 2022 nicht erreicht und wird es auch in diesem Jahr nicht erreichen. 400.000 Wohnungen waren geplant. Vor allem der soziale Wohnungsbau leidet dabei enorm.

    Laut einer Studie des Pestel Instituts fehlen über 700.000 Wohnungen, so viele wie seit 30 Jahren nicht mehr. Viele Gründe spielen dafür eine Rolle: Die Errichtung neuer Wohnungen sei aufgrund von hohen Grundstücks- und Baupreisen enorm teuer geworden. Hinzu kommen eine hohe Teurungsrate, steigende Zinsen, Engpässe auf den Rohstoff- und Energiemärkten sowie Knappheit von Produkten und Hindernisse auf der Produktionsebene.

    Daher fehle es an bezahlbarem und klimaschonendem Wohnraum, der von der Bundesregierung nicht gefördert wird. Selbst der bürgerliche „Deutsche Mieterbund“ fordert ein Sondervermögen in Höhe von 50 Milliarden Euro des Bundes, um den Wohnungsmangel abzufangen.

    Das Pestel Institut veranschlagt für den Neubau einer durchschnittlichen Sozialbauwohnung von 60 Quadratmetern unter der Berücksichtigung gängiger Energiestandards 126.000 Euro. Für den Bau von 100.000 neuen Sozialwohnungen müsste der Bund daher rund 12,6 Milliarden Euro in die Hand nehmen, so der Institutsleiter Matthias Günther.

    Auch das Verbandsbündnis „Soziales Wohnen“ kommt zu dem Schluss, dass der Bund die Kosten für mindestens 380.000 Sozialwohnungen bis zum Jahr 2025 bereitstellen müsse. Dabei geht das Bündnis ebenfalls von einer Subventionssumme von mindestens 50 Milliarden Euro aus.

    Zugleich müssten Bebauungspläne einen stärkeren Fokus auf Sozialwohnungen legen, um den Anforderungen für die kommenden Jahre gerecht zu werden. In Deutschland haben momentan elf Millionen Haushalte theoretisch einen Anspruch darauf, eine Sozialwohnung zu beziehen, wobei nur jede:r Zehnte eine bekommen würde.

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