Steuern steigen in Deutschland weiter an. Geringverdiener werden dadurch immer mehr belastet.

Laut einer neuen Studie der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) ist die finanzielle Belastung durch Steuern und Sozialabgaben in fast keinem anderem Industrieland so hoch wie in Deutschland. Lediglich Belgien habe mit über 50% eine höhere Besteuerung des Einkommens als Deutschland, so die Studie.

Die OECD-Studie hat die durchschnittliche Steuerbelastung, eines alleinstehenden arbeitenden Erwachsenen, in Deutschland mit 49,4% berechnet. Damit liegt Deutschland deutlich über dem Durchschnitt der 35 OECD-Mitgliedsstaaten von 36%. Auch bei der Besteuerung von Familien, bei denen die abzuführenden Steuern zusammen berechnet werden, liegt Deutschland 7,45% über dem OECD-Durchschnitt.

Besonders Geringverdiener leiden zunehmend unter den hohen Steuern, da sie sich, durch die allgemeine Preissteigerungen, immer weniger für ihr Geld leisten können. Zwar wurde der Steuerfreibetrag Anfang des Jahres leicht gehoben, dies gleicht jedoch nicht annähernd die steigenden Mieten und Unterhaltskosten aus.

Während große Unternehmen in Deutschland kaum bzw. wenn sie ihren Firmensitz im Ausland haben gar keine Steuern zahlen, werden laut OECD-Studie ArbeiterInnen immer mehr zur Kasse gebeten. Allein in den Jahren 2013-2015 stieg die Steuerbelastung im Durchschnitt um weitere 0,2% an.