Immer mehr Langzeitarbeitslose und Flüchtlinge werden von der Bundesagentur für Arbeit gezielt in Leiharbeitsstellen vermittelt.

Allein im Jahr 2016 vermittelte die Bundesagentur für Arbeit (BA) mehr als 30% der Arbeitslosen gezielt an Leiharbeitsfirmen. Bei 5% dieser Vermittlungen bezahlte die Bundesagentur den Leiharbeitsfirmen bis zu 2000€ für die Einstellung eines Arbeitslosen. Oftmals wird den Betroffenen gar keine andere Arbeit außer Leiharbeit angeboten. Sollte eine durch die Bundesagentur vermittelte Arbeitsstelle, auch wenn diese nur kurzzeitig befristet und äußerst schlecht bezahlt ist, abgelehnt werden, so kommt es zu Strafmaßnahmen gegen die Betroffenen.

Immer wieder werden direkte Absprachen zwischen einzelnen Job-Centern und Leiharbeitsfirmen öffentlich. Auch bei der Integration von Geflüchteten kommt es zu gezielter Vermittlung in Leiharbeit statt in Ausbildungsverhältnisse oder reguläre Jobs. Die Bundesagentur für Arbeit in Ahlen-Münster rühmt sich gar mit einem Modellprojekt, das sie gemeinsam mit dem „Interessenverband Deutscher Zeitarbeitsunternehmen e.V.“ (iGZ) auf die Beine gestellt hat. Hier werden Geflüchtete gezielt und ausschließlich in Zeitarbeit vermittelt, ein Großteil der Leiharbeitsverträge wird allerdings innerhalb der ersten drei Monate wieder gekündigt. Nur knapp 22% der Verträge laufen länger als ein Jahr.