Täter gruben Erinnerungssteine an die Opfer des deutschen Faschismus aus und entwendeten sie.

In den vergangenen Nächten haben unbekannte Täter 16 sogenannte „Stolpersteine“ aus dem Straßenpflaster ausgegraben und fortgebracht. Alle Steine befanden sich im Berliner Bezirk Neukölln. Auffallend ist der zeitliche Zusammenhang mit dem morgigen Gedenktag der Novemberpogrome vom 9.11.1938.

Zunächst waren vermutlich am späten Dienstagabend 13 gestohlene Steine gemeldet worden. Ein großer Teil der Steine stamme aus der Hufeisensiedlung im Stadtteil Britz, so meldet die Berliner Polizei. Der Staatsschutz hat die Ermittlungen gegen die vermutlich rechten Täter aufgenommen, ohne jedoch bisher eine Spur zu haben, so ein Sprecher der Polizei am heutigen Mittwoch gegenüber dem RBB.

Nach Angaben einer Mitarbeiterin der Koordinierungsstelle „Stolpersteine Berlin“ haben Anwohner in Neukölln heute Morgen erneut gemeldet, dass drei Stolpersteine aus einem Fußgängerweg ausgegraben worden seien. Im Berliner Bezirk Neukölln kam es in den vergangenen Monaten immer wieder zu Übergriffen und Anschlägen von faschistischen Gruppen auf AntifaschistInnen und auf Parteibüros.

Die Gedenksteine sollen an die Opfer des deutschen Faschismus und ihre Schicksale erinnern. Allein in Berlin sind seit 1996 mehr als 7.000 dieser „Stolpersteine“ verlegt worden. Sie erinnern an die Millionen verfolgten Juden, Sinti und Roma, AntifaschistInnen und KommunistInnen aus dem politischen Widerstand, Homosexuelle und die Opfer der „Euthanasie“-Morde.