Skandal-Urteil in Verfahren gegen 21-jährigen Neonazi.

Drei Neonazis hatten vor, eine Unterkunft für minderjährige Flüchtlinge „abzufackeln“ – alle 20 Insassen waren ausnahmslos Kriegstraumatisierte. Dafür planten zwei junge Männer (19 und 21 Jahre) sowie der Vater einer der beiden zusammen einen Anschlag mit sogenannten „Molotow-Cocktails“. Im Oktober 2016 warf der 21-jährige dann zwei Brandsätze auf das Flüchtlingsheim, eine Gardine wurde dabei in Brand gesetzt. Das Feuer konnte glücklicherweise schnell gelöscht werden, verletzt wurde niemand.

Nun ist das Urteil im Prozess gegen den 21-jährigen gesprochen worden: er bekommt eine Bewährungsstrafe nach Jugendstrafrecht. Außerdem muss er 200 Sozialstunden in einer Einrichtung für Geflüchtete ableisten.

Die Anklage lautete auf ‚versuchten Mord‘, ‚versuchte schwere Brandstiftung‘ und ‚Sachbeschädigung‘. Die Staatsanwaltschaft hatte dafür viereinhalb Jahre Haft gefordert. Doch das Gericht zeigte sich überzeugt, dass der Vater den jungen Mann zu der Tat angestiftet und auch die Molotowcocktails gebaut habe. Es sah darin mildernde Umstände.

Der verurteilte Neonazi ist seit 2013 als Teilnehmer von NPD-Demonstrationen bekannt. Nach der Tat saß er neun Monate in Untersuchungshaft, seit kurzem ist auch der Vater eingesperrt.