Studie zur Netzneutralität zeigt: Deutsche sind gegen ein Zwei-Klassen Internet

Eine große Mehrheit in Deutschland will im Internet gleiche Übertragungsgeschwindigkeiten für alle, egal wieviel Geld man bereit ist zu zahlen. Das ist das klare Ergebnis einer aktuellen repräsentativen Umfrage des „Deutschen Instituts für Vertrauen und Sicherheit im Internet“ (DIVSI), durchgeführt vom Meinungsforschungsinstitut dimap.

74 Prozent der Befragten lehnen es demnach ab, dass zukünftig das Internet für Nutzer, welche extra dafür zahlen, schneller übertragen wird, als bei Basistarifen, bei denen die Übertragungsgeschwindigkeit dann gedrosselt werden würde. Knapp 18 Prozent sprachen sich für Letzteres aus.

Nachdem in den USA die sogenannte Netzneutralität abgeschafft wurde, können Internetanbieter nun den Zugang zu speziellen Angeboten oder Seiten im Internet je nach Zahlungsbereitschaft der KundInnen drosseln oder beschleunigen. Dies bevorzugt insbesondere Unternehmen und wohlhabende Menschen. Die einfachen BürgerInnen bleiben dabei auf der Strecke oder können sich nur noch den schnellen Zugang zu einem Teil des Internets leisten.

Bisher sind die Internetdienstanbieter in Deutschland gesetzlich verpflichtet, alle Daten im Internet gleich schnell zu übertragen, unabhängig von Sender, Empfänger und Inhalt.

Der DIVSI-Direktor Matthias Kammer wertet das Umfrageergebnis wie folgt aus: „Die Verbraucher fordern ganz klar: Kein Zwei-Klassen-Internet! Die Netzneutralität muss gewahrt bleiben und die verantwortlichen Stellen sollten auf keinen Fall zulassen, dass Menschen benachteiligt werden, weil sie sich eine Bevorzugung finanziell nicht leisten können.“

Sollte es zu einer Überlastung der Netze kommen, sprachen sich immerhin noch 55 Prozent der Befragten dafür aus, dass Unternehmen nicht bevorzugt werden sollten. 36 Prozent sprachen sich dafür aus.

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