Hintergrund sind Mietsteigerungen, Modernisierung und aggressive Expansion

Der größte private Vermieter Deutschlands hat seine Einnahmen kräftig gesteigert. Das Betriebsergebnis erhöhte sich im vergangenen Jahr um gut ein Fünftel auf 920,8 Millionen Euro, wie das Dax-Unternehmen mitteilte.

Seit 2013 erhöhte das Unternehmen seine Dividende um jährlich mindestens 10%. In diesem Jahr soll sie sogar um 18% gegenüber dem Vorjahr steigen. Der Mieterverein Witten und Umgebung e.V. ist kritisch: „Die Vonovia schüttet Gewinne auf der Grundlage von erwarteten Mieterhöhungen aus, die erst noch realisiert werden müssen.“

Vonovia fährt einen aggressiven Expansionskurs. So ist das Unternehmen durch Großübernahmen von den Konkurrenten Gagfah, Süddeutsche Wohnen und Franconia gewachsen. Im vergangenen Jahr kam dann noch der Wiener Immobilienkonzern Conwert hinzu. Auch investiert das Unternehmen kräftig und „wertet auf“: die Kosten für Modernisierung und Instandhaltung erhöhten sich im letzten Jahr um 50%. Dadurch werden starke Mieterhöhungen durchgesetzt.

So hat Vonovia ihre Mieten 2017 im Durchschnitt um weitere 4,2 % (Bundesindex: 1,7 %) gesteigert und ist damit der bundesweit größte Mietpreistreiber. Die Mieteinnahmen stiegen im vergangenen Jahr um gut 8 Prozent auf 1,67 Milliarden Euro.

Vonovia – der früheren Deutschen Annington – gehören bundesweit knapp 347 000 Wohnungen. Das größte Ballungsbeiet befindet sich dabei im Rheinland und Ruhrgebiet mit knapp 100.000 Wohnungen.

Den Profit-Kurs will Vonovia im nächsten Jahr fortsetzen. Dafür will sie den ehemaligen Deutsche Bank-Chef Jürgen Fitschen am 9. Mai zum Aufsichtsratsvorsitzenden machen. Das Bankhaus geriet in der Vergangenheit immer wieder wegen Manipulation und Betrug in die Schlagzeilen.