Landeschef Hampel nach finanziellen Unregelmäßigkeiten aus dem Amt gejagt

Die niedersächsische AfD hat ihren langjährigen Vorsitzenden Armin-Paul Hampel am Samstag auf ihrem Parteitag in Braunschweig entmachtet. Nachfolgerin wurde die Fraktionsvorsitzende im Landtag, Dana Guth.

Hampel gehört dem ultra-rechten parteiinternen Netzwerk „Goslaer Runde“ an. Ihm waren neben einem diktatorischen Führungsstil schon seit Längerem erhebliche Unregelmäßigkeiten in Abrechnungen des Landesvorstands zur Last gelegt worden. So seien nach den Angaben eines Kassenprüfers Gelder in Höhe von über 27.000 Euro ohne Belege oder Rechnungen ausgegeben worden. Hampel steht außerdem im Verdacht, seinen Lebenslauf beschönigt und sich den Bundeswehr-Dienstgrad „Kapitänleutnant der Reserve“ nur angedichtet zu haben.

Der Entmachtung Hampels war ein monatelanger Machtkampf in der niedersächsischen AfD vorausgegangen. Das Pro- und Anti-Hampel-Lager hatten sich dort so heftig bekämpft, dass die Bundesführung der Partei den gesamten Landesvorstand im Januar entmachtet und einen Notvorstand eingesetzt hatte. Dieser hatte auch die Buchführung prüfen lassen.

Mehrere hundert Menschen demonstrierten in der Braunschweiger Innenstadt gegen den AfD-Parteitag.