Kölner EU-Projekt führt zu Mieterhöhung von 30%

Dutzende Personen haben gestern vor der städtischen Veranstaltung „SmartCityCologne“ im historischen Rathaus gegen Mietsteigerungen sowie die Verdrängung von MieterInnen demonstriert. Die Kundgebung stand unter dem Motto „GrowSmarter ist ein Horrorprojekt“ und sollte auf die problematische Umsetzung des EU-Modernisierungs-Projekts in 700 Wohnungen der Kölner Stegerwaldsiedlung hinweisen.

Das Grow Smarter-Projekt wird von der EU mit 8 Millionen € gefördert und soll eine „Blaupause“ für weitere Viertel und Städte in ganz Deutschland sein. Dabei werden unter anderem Häuser energetisch saniert, Fernwärme gelegt, Carsharing eingerichtet und alles wird digital miteinander vernetzt.

Auf der Kundgebung beklagten die MieterInnen jedoch, dass die Modernisierung schlecht umgesetzt werde, massive Belastungen mit sich bringe und vor allem zu einer Mietsteigerung von 30% führe.

Laut einer Mieterin bedeute die Umsetzung des „Grow Smarter“-Projekts für ihren Wohnblock, dass „arme Menschen, die alten Menschen, (…) verdrängt werden. Dafür sollen smarte gutverdienende junge Leute einziehen, die natürlich vor allem die höheren Mieten stemmen können.“

Sie sehe darin ein allgemeines Problem: „Alles was die Stegerwaldsiedlung betrifft, betrifft eigentlich ganz Köln. Denn wenn in der Stegerwaldsiedlung die Mieten steigen, wirkt sich das auf ganz Köln aus.“

Auch eine ältere Mieterin aus Köln-Kalk trat an das offene Mikrophon und berichtete von Bauarbeiten in ihrer Wohnung und den steigenden Mieten: „Wer soll das denn zahlen?“ fragt sie.

Immer wieder blieben PassantInnen oder BesucherInnen der SmartCityCologne stehe, um der Kundgebung zu lauschen. Die „SmartCityCologne“, zu der neben der Oberbürgermeisterin auch das Unternehmen Rheinenergie und die Kölner Verkehrsbetriebe aufgerufen hatten, beschäftigt sich konkret mit der „Smarten City“ der Zukunft.

Aufgerufen zu der Kundgebung hatte das „Solidaritätsnetzwerk Köln“ zusammen mit MieterInnen der Stegerwaldsiedlung. In der Rede des Solidaritätsnetzwerk wurde festgestellt, dass „egal, wo wir sind, ob auf der Arbeit oder in der Wohnung, gibt es Menschen, die die gleichen Probleme haben“. Das bedeute, dass es überall „Freunde und Kollegen gibt, die mit uns Seite an Seite kämpfen können“.

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