Bayerns Regelung stößt auf viel Kritik. Auch aus den Reihen der CSU und der Katholischen Kirche.

Am vergangenen Dienstag hat die bayerische Landesregierung beschlossen, dass ab Juni in jeder bayerischen Behörde ein Kreuz hängen muss. Damit solle die „geschichtliche und kulturelle Prägung“ Bayerns zum Ausdruck gebracht werden und ein „sichtbares Bekenntnis zu den Grundwerten der Rechts- und Gesellschaftsordnung“ sein.

Laut einer aktuellen repräsentativen Emnid-Umfrage, lehnen 64 Prozent der Befragten das Aufhängen von Kreuzen in deutschen Behörden ab. Lediglich 29 Prozent sprachen sich dafür aus. Auch unter KatholikInnen und ProtestantInnen gab es eine hohe Ablehnung. 48 Prozent der KatholikInnen und 62 Prozent der ProtestantInnen seien dagegen.

Auch Bayerns Wissenschaftsministerin bezeichnete den Beschluss als „keine besonders kluge Idee“. Gleichzeitig bekräftigte sie, dass sie zu dem einstimmigen Beschluss der Landesregierung stehe (Link).

Auch der Vorsitzende der deutschen Bischofskonferenz, Kardinal Reinhard Marx, kritisierte die bayerische Landesregierung unter Ministerpräsident Markus Söder scharf: „Das ist eine Provokation, für jeden Christen, für die Kirche, aber auch für den Staat“, so Marx. Der Kardinal kritisierte weiter, dass man das Kreuz nicht von oben diktieren könne und es nicht die Aufgabe des Staates sei, zu bestimmen, was der Inhalt religiöser Überzeugung sei, sondern lediglich dass diese frei geäußert werden könne.