Bundesregierung will Expertenkommission zur Erarbeitung einer Fracking-Erlaubnis einsetzen

Die Bundesregierung plant noch vor der Sommerpause Anfang Juli, eine Expertenkommission mit dem Gesetzesentwurf für eine bundesweite Fracking-Erlaubnis zu beauftragen. Dagegen und gegen Probebohrungen regte sich bereits Widerstand aus der Bevölkerung. Selbst in kleineren Orten, an denen heute schon Probebohrungen für das Fracking durchgeführt wurden und werden, ist der Widerstand gegen das hydraulische Aufbrechen des Gesteins zur leichteren Gewinnung der darin befindlichen Gase oder Flüssigkeiten allgegenwärtig.

So gingen beispielsweise Menschen in dem Ort Lünen auf die Straße, um gegen die Verschmutzung ihres Trinkwassers durch Fracking zu demonstrieren. Darunter auch viele Kinder und Jugendliche die unüberhörbar „Kein Gift in unserer Erde!“ skandierten.

Was ist Fracking?

Fracking ist eine unkonventionelle, also ungewöhnliche Art Erdgas zu gewinnen, die seit 2005 bereits massenhaft in den USA Anwendung findet. Dort hat Fracking bereits zu massiven Umweltverschmutzungen, entflammbarem Trinkwasser und Seen sowie zu vielen Lungenerkrankungen und kleineren Erdbeben geführt.

Wie funktioniert Fracking ?

An einer Stelle, an der im Erdreich Gas vermutet wird, werden pro Quadratkilometer 4-6 Bohrtürme aufgebaut. Diese bohren dann etwa 5000 Meter tief in die Erde. Dabei durchstoßen sie verschiedene organisch wichtige Erd- und Gesteinsschichten sowie Grundwasservorkommen. Dann wird mehrere Meter quer gebohrt und anschließend mit unterirdischen Sprengungen das Gestein aufgebrochen. Damit die dadurch entstehenden Risse sich nicht direkt wieder schließen, wird ein Chemiecocktail aus Wasser und teils hochgiftigen Chemikalien wie Quecksilber oder LG 6 hinzugefügt.

Dann wird ein Teil des Wasser mit den Chemikalien und dem gewonnen Gas an die Oberfläche gepumpt. Dabei ist das Wasser nun mit radioaktiven Stoffen versetzt, die zuvor im Untergrund gebunden waren. Diese Flüssigkeit heißt nun „Produktionswasser“. Nachdem das Gas und Öl abgetrennt sind, handelt es sich um hochgiftiges Abwasser, das genauso wie radioaktiver Abfall die Umwelt kontaminiert und für das es kein Endlager gibt. Stattdessen werden die hochgiftigen Chemikalien wieder zurück in die Erdlöcher gepumpt. Dadurch entsteht allerdings ein Druck im Gestein, der zu Erdbeben bis zur Stärke 3,5 führen kann. Neben Schäden an der Oberfläche sowie einstürzenden Gebäuden führen solche Erdbeben auch zur Verschiebung von Gesteinsplatten unter der Erde, womit die giftigen Chemikalien ins Grundwasser gelangen können.

Die Folge von ins Grundwasser gelangten Chemikalien sehen wir heute besonders stark in dem US Bundesstaat Oklahoma. Dort gibt es nun ‚brennende‘ Seen, und das Wasser aus dem Wasserhahn ist leicht entflammbar.

Wie sieht es in Deutschland aus?

Auch in Deutschland existiert bereits Fracking. Besonders in Niedersachsen, NRW und Schleswig-Holstein wird nach Erdgasen gebohrt. Die beiden führenden Konzerne sind hierbei das US-Unternehmen „ExxonMobil“ und der vom Braunkohlegiganten RWE abgelegte Energiekonzern „RWE Dea“.
Gegen beide Konzerne ist der Widerstand in der betroffenen Region groß –  auch, da es schon zu ersten Umweltschäden durch Fracking in Deutschland kam.
So gab es in Völkersen, unweit südöstlich von Bremen, bereits Erdbeben – durch das Produktionswasser hervorgerufen – , und in Söhlingen, im Landkreis Rotenburg/ Niedersachsen, gelangten Quecksilber, Benzol und andere gesundheitsgefährdende Chemikalien ins Erdreich.

Dennoch plant die Bundesregierung mit ihrer Expertenkommission, nun eine noch weitreichendere Erlaubnis für das Fracking zu schaffen, als es sie ohnehin schon gibt.