250 Menschen demonstrierten gegen Sozialraub und Mietenwahnsinn in Nürnberg

Nürnberg ist die Stadt mit der zweithöchsten Armutsquote unter allen deutschen Großstädten. Sowohl die Zahlen der Menschen ohne Obdach als auch die Mieten steigen in rasantem Tempo. Unter dem Motto „Auf die Straße gegen Sozialraub und Mietenwahnsinn!“ folgten rund 250 Menschen einem Aufruf der „organisierten autonomie“ und der „Initiative Mietenwahnsinn stoppen“, gegen Profite mit Miete zu demonstrieren.

Startpunkt der Demonstration war das Rathaus in der Nürnberger Innenstadt. In Redebeiträgen wurde der Widerspruch zwischen dem Bedarf der Nürnberger BürgerInnen und den Investitionen, die die Stadt Nürnberg unter sozialdemokratischer Leitung tätigt, kritisiert. Während Mieten und Mietnot immer weiter zunehmen, habe die Stadt Nürnberg vor allem das Ziel, Marketing für Nürnberg als Kulturhauptstadt zu betreiben.

Zahlreiche weitere RednerInnen thematisierten konkrete Kritikpunkte, die stattfindende Prekarisierung, Probleme mit Ämtern und existenzielle finanzielle Ängste. Viele der Redebeiträge zeigten aber auch Alternativen auf: von selbstverwalteten Räumen über selbstorganisierte, solidarische Netzwerke bis hin zum notwendigen Klassenkampf reichten die Antworten, die die Rednerinnen und Redner am Samstag in Nürnberg vorschlugen.

Auf seiner Route lief der Demonstrationszug auch durch den Stadtteil Gostendorf. Hier wurden die Demonstrierenden mit Transparenten begrüßt, die MieterInnen aus ihren Fenstern gehängt hatten. Im Rahmen des Protests kam es außerdem zu einer „symbolischen Besetzung“ dreier leerstehender Häuser. Diese Aktion sollte verdeutlichen, dass auch in einer Stadt wie Nürnberg, in der Wohnungsnot ein drängendes Problem ist, mancher Wohnraum ungenutzt bleibt.

Die Demonstration endete mit einer Schlußkundgebung und Live-Musik auf dem Jamnitzer Platz. Und die „organisierte autonomie“ blieb entschlossen: „Der Kampf geht weiter!“