Die Stadt Kassel hat dem Druck der AfD in der Stadtverordnetenversammlung nachgegeben und einen 16 Meter hohen Obelisken aus der Kasseler Innenstadt entfernen lassen. Dieser sollte an die weltweit 60 Millionen Geflüchteten erinnern.

Der Obelisk stand auf dem Königsplatz in Kassel und wurde in den frühen Morgenstunden des 3. Oktober, dem Tag der Deutschen Einheit, durch mehrere schwere Baufahrzeuge abgebaut und zerstört (Link). Er war die letzte Skulptur der Documenta 14, die vom 10. Juni bis 17. September 2017 stattgefunden hatte. Der Künstler Olu Oguibe, der in Nigeria geboren und nun in den USA lebt, wurde während der Documenta 14 von der Stadt Kassel mit dem Arnold-Bode-Preis ausgezeichnet. Oguibe zeigte sich sehr enttäuscht von der Entscheidung und stimmte einer Umbettung seines Kunstwerkes an die Treppenstraße nicht zu, da der Obelisk einzig für den Königsplatz entworfen worden sei.

Die Finanzierung des Monumentes wurde durch Spenden realisiert. Obwohl der ursprüngliche Preis bei einer Million Euro lag, konnten nur 126.000 Euro aufgebracht werden. Oguibe stimmte dem Ankauf trotzdem zu. Die AfD bezeichnete das Werk als „entstellende Kunst“ und machte den Aufbau immer wieder zu einem Politikum. Laut dem Kasseler Bürgermeister Christian Geselle (SPD) sei am 30. September der Leihvertrag abgelaufen, wonach auch die Mehrheit der Stadtverordnetenversammlung für den Abbau gestimmt hat (Link). Gleichzeitig soll auch eine Rücküberweisung der Spendengelder an die Kasseler Bürgerinnen und Bürger erfolgen.

An den vier Außenseiten des 16 Meter hohen Kunstwerks war der Bibelspruch „Ich war ein Fremder, und ihr habt mich beherbergt“ in deutsch, englisch, türkisch und arabisch eingraviert. Nach dem Abbau am Morgen des 3. Oktober wurden am Sockel des Monuments Blumen niedergelegt.