Erwerbs- und Altersarmut auf dem Vormarsch. Armutsquote in Deutschland stagniert insgesamt.

Wer nicht auf der Straße verhungert, wird übersehen, so resümiert die Nationale Armutskonferenz (NAK) in ihrem dritten „Schattenbericht“ über Armut in Deutschland unter dem Titel „Armut stört!“.

Alle drei Jahre veröffentlicht die NAK ihren Schattenbericht, in dem sie die hohen Armutszahlen in Deutschland anprangert. Menschen die arbeitslos sind, in Niedriglohnjobs arbeiten oder Kinder alleine großziehen müssen, sind in Deutschland besonders von Armut betroffen. Daran hat sich in den vergangenen Jahren nichts zum Positiven geändert (Link).

„Viele Menschen haben nicht genug zum Leben“, fasst die Sprecherin der Armutskonferenz, Barbara Eschen, den am Mittwoch in Berlin vorgestellten aktuellen Bericht zusammen. Zentrale Forderungen der Armutskonferenz zur Bekämpfung der Armut in Deutschland sind unter anderem eine Kindergrundsicherung, eine Erhöhung des Mindestlohns bei gleichzeitiger Erhöhung der Hartz IV-Regelsätze, sowie die Abschaffung aller Sanktionsmaßnahmen.

Die Konferenz macht zudem darauf aufmerksam, dass Erwerbs- und Altersarmut, sowie prekäre Arbeitsverhältnisse überdurchschnittlich Frauen betreffen. Die Probleme von niedrigen Löhnen und nicht ausreichenden staatlichen Hilfen würden durch immer weiter steigende Mieten und Verbraucherpreise deutlich verstärkt (Link).

„In den meisten deutschen Städten fehlt es an bezahlbarem Wohnraum. Und das nicht nur für wohnungslose Menschen, sondern zunehmend auch für einkommensarme Haushalte, Alleinerziehende, Studierende, Geflüchtete oder Seniorinnen und Senioren“, so die stellvertretende Sprecherin der Konferenz, Werena Rosenke. Diese Situation wird sich in der kommenden Zeit weiter zuspitzen.