Trump verkündet erneut Sieg über den „Islamischen Staat“ in Syrien und kündigt Rückzug der US-Truppen an

Laut Berichten verschiedener amerikanischer Medien hat das Weiße Haus in Washington den Rückzug aller US-Truppen aus Syrien verkündet. US-Präsident Trump bestätigte dies auf seinem Twitter-Account. „Wir haben ISIS in Syrien besiegt, das war mein einziger Grund, dort zu sein während meiner Präsidentschaft“, so Trump.

Die Sprecherin des Weißen Hauses, Sarah Sanders, bestätigte den Abzug. Der Kampf gegen den IS werde in eine neue Phase eintreten. Ein US-Regierungsbeamter soll laut Tagesschau sogar einen konkreten Zeitplan für den Abzug der Truppen genannt haben. Die Mitarbeiter des Außenministeriums sollen demnach in den kommenden 24 Stunden abgezogen werden, die restlichen Soldaten innerhalb eines Zeitraums von 60 bis 100 Tagen (Link).

Sollten sich diese Angaben als richtig erweisen, würde es sich dabei um eine 180-Grad-Wendung im Gegensatz zu früheren Verlautbarungen einer langfristigen Präsenz handeln. Verteidigungsminister Jim Mattis und andere hochrangige Stellen hatten zuvor erklärt, die Anwesenheit US-amerikanischer Truppen in Syrien sei unvermeidlich, um ein Wiederaufleben des IS zu verhindern. Auch der US-Präsident selbst hatte sich für eine langfristige Anwesenheit ausgesprochen und den Kampf gegen iranische Kräfte in Syrien angeordnet.

Der Zeitpunkt des angekündigten Rückzugs lässt indes den wirklichen Grund für die Änderung der US-amerikanischen Linie ahnen: Erst vor wenigen Tagen hatte der türkische Präsident Erdogan angekündigt, die kurdischen Volksverteidigungskräfte östlich des Euphrats in Syrien anzugreifen. Bisher waren dort jedoch auch amerikanische Soldaten stationiert. Sollten diese nun abgezogen werden, deutet das auf eine Einigung zwischen Ankara und Washington über den Angriff hin (Link).