Ein Kino in Rheinland-Pfalz strahlt demnächst den Film „Schindlers Liste“ aus, die Erstausstrahlung in Deutschland jährt sich zum 25. Mal. Für Mitglieder der AfD ist der Eintritt kostenfrei – und besagte Mitglieder fühlen sich davon angegriffen.

Das Cinexx-Kino in Hachenburg kooperiert regelmäßig mit Jugendeinrichtungen oder bietet vergünstigten Zugang zu – nach eigenem Ermessen – pädagogisch wertvollen Filmen. Anlässlich des Internationalen Tag des Gedenkens an die Opfer des Holocausts am 27. Januar wird dort der Film „Schindlers Liste“ ausgestrahlt.

Der Film thematisiert, wie Oskar Schindler zur Zeit des Holocausts Listen von mehr als 1.000 jüdischen Menschen vorlegt, die in seiner Fabrik arbeiten. Dadurch waren sie davor geschützt, in Konzentrationslagern zu sterben, und auch wenn Oskar Schindler (im übrigen ebenso wie der Produzent Spielberg mit seinem Spielfilm über ihn) nicht unumstritten ist, so verhinderte er den Abtransport hunderter Juden und Jüdinnen in Konzentrationslager. Der Film gilt heute als Teil politischer und geschichtlicher Bildung sowie der Auseinandersetzung mit dem Hitlerfaschismus.

Empört über freien Eintritt

Laut einem Screenshot, den Bento von einem facebook-Beitrag erstellt hat – der Beitrag selbst ist mittlerweile gelöscht – reagieren die eingeladenen Mitglieder empört: „Wieder ein Beispiel für die Diskriminierung und Verleumdung politisch Andersdenkender“ heißt es dort.

Für das Kino selbst ist die mediale Aufmerksamkeit sicher auch ein gelungenes Marketing, in einer Stellungnahme zu den Beweggründen schreiben die BetreiberInnen: „Wir behaupten überhaupt nicht AfD-Wähler seien Nazis – ob Sie geschichtliche Aufklärung benötigen, liegt in ihrem eigenen Ermessen. Nach unserer Einschätzung lässt das AfD-Parteiprogramm allerdings doch stark auf eine Verharmlosung der damaligen Ereignisse schließen.“