Der Künstler und Designer Radames Eger hat einen verwitterten Wasserturm in Frankfurt als Schlafplatz für Obdachlose zugänglich gemacht. Regenschirme vor dem Gebäude symbolisieren die Menschen, die auf der Straße erfroren sind.

Sein Designtalent nutzt Radames Eger, um auf die Nöte und Gefahren des Lebens ohne Obdach aufmerksam zu machen. Er thematisiert den krassen Gegensatz zwischen Konsum im Überfluss bei den einen und lebensbedrohlicher Knappheit bei den anderen. Die Projekte des Afrobrasilianers haben gemeinsam, dass sie nicht nur Aufmerksamkeit auf das Thema lenken, sondern oft ganz unmittelbar von praktischem Nutzen für von Obdachlosigkeit betroffene Menschen sind.

So auch die aktuelle Besetzung des alten Wasserturms in Frankfurt. Vier Menschen haben derzeit einen Schlafplatz dort eingerichtet, der Turm soll ein Zufluchtsort sein. „Ich möchte mit der Aktion auf ihr Schicksal und ihr Leid im Winter aufmerksam machen“, so beschreibt Eger selbst die Besetzung.

Dass der Turm dauerhaft als Anlaufstelle für wohnungslose Menschen benutzt werden kann, ist unwahrscheinlich. Das Grünflächenamt weist darauf hin, dass es keine Toilette oder Wasserversorgung gebe, aus diesen Gründen sei eine Unterbringung gefährlich.