Am 23. Januar erklärte sich der Politiker Juan Guaidó selbst zum Präsidenten Venezuelas. Doch der amtierende gewählte Präsident Nikolas Maduro weigert sich seinen Posten aufzugeben. Guaidó unterstützt nun die Drohung der USA, in Venezuela im Notfall mit dem Militär einzumarschieren. Für diesen Fall hat die kolumbianische Guerilla ELN bereits angekündigt, gegen die US-Invasion zu kämpfen.

In einem Interview mit der Nachrichtenagentur AFP hat der Putschist Guaidó den Einmarsch des US-Militärs in Venezuela nicht mehr ausgeschlossen. Ihm sei aber bewusst, dass dies ein „brisantes Thema“ sei. In Lateinamerika gibt es eine lange Geschichte von US-gestützten Putschen, an denen teilweise auch das amerikanische Militär beteiligt war.

Damit schließt sich der selbsternannte Übergangspräsident der Drohung der US-Administration von Donald Trump an. Dieser hatte seit dem Putsch Ende Januar betont, dass „alle Optionen“ – also auch die der Militärintervention – auf dem Tisch lägen. Zuletzt hatte der Nationale Sicherheitsberater John Bolton mit einer handschriftlichen Notiz für Aufsehen gesorgt. Auf einem Foto war – offensichtlich beabsichtigt – die Notiz „5.000 Truppen nach Kolumbien“ zu erkennen. Das Land liegt im Südwesten Venezuelas.

„Man muss kein Maduro-Fan sein, um den Putsch in Venezuela zu verurteilen“

Vor diesem Hintergrund hat die kolumbianische linke Guerillaorganisation ELN (National Liberation Army) bereits erklärt, im Falle einer US-Intervention ihrerseits gegen das amerikanische Militär zu kämpfen. In einem Interview mit dem Sunday Telegraph erklärte der ELN-Anführer, Israel Ramírez Pineda, dass man in dem Gebirge zwischen Venezuela und Kolumbien gegen die amerikanische Armee operieren werde.

Der venezolanische Präsident Maduro erklärte dazu, Donald Trump werde so in „sein Vietnam“ ziehen. Der Vietnamkrieg dauerte von 1955 bis 1975. Zum Schluss musste die amerikanische Armee nach jahrzehntelangem Widerstand durch die linke Guerillaorganisation Vietcong aus dem Land abziehen. Momentan scheint der Großteil des venezolanischen Militärs noch auf der Seite Maduros zu stehen.