In Hetero-Paarbeziehungen, in denen gemeinsam gewohnt wird, verbringen Frauen zwei- bis dreimal so viel Zeit mit Kochen, Putzen und Waschen wie ihre männlichen Partner. Das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung untersuchte dieses Phänomen zuletzt genau anlässlich des baldigen Weltfrauentags.

Wie viel oder wenig ein Partner im Haushalt unbezahlt arbeitet, wird in der Studie in Stunden bemessen – wie lästig die Arbeit ist oder ähnliches spielt dabei keine Rolle. In der DIW-Studie wurden darüber hinaus ausschließlich Hetero-Beziehungen untersucht, in denen beide PartnerInnen lohnarbeiten. – Damit bleibt das Bild nach wie vor unvollständig.

Dennoch sind die Ergebnisse eindrücklich: Während Männer heute rund 47 Minuten täglich mit unbezahlter Hausarbeit verbringen, sind es bei Frauen rund zwei Stunden. Noch drastischer ist der Unterschied, wenn kleine Kinder im Haushalt leben.

Diese Zeiten haben sich im Laufe mehrerer Jahre entwickelt, heute arbeiten Frauen etwa eine halbe Stunde weniger täglich. Männer arbeiten dabei allerdings nicht mehr.

Welche Arbeit erledigt wer?

Neben unbezahlter Hausarbeit wurde auch bezahlte Lohnarbeit untersuch. Hier kommt die Studie zu einem eindeutigen Ergebnis: Auch wenn Frauen werktags gut zweieinhalb Stunden weniger erwerbstätig sind, kümmern sie sich hochgerechnet viereinhalb Stunden mehr um den Haushalt – sie sind mehr belastet und werden für ihre Mehrarbeit nicht bezahlt.

Die Studie fand außerdem heraus, dass Männer andere Aufgaben erledigen als Frauen, seltenere, wie beispielsweise Rasenmähen oder Reparaturen, die nicht häufig anfallen.

Die „mentale Last“

Besonders wichtig diesbezüglich ist das, was nicht mehr nur Frauenrechtlerinnen und Feministinnen die „mentale Last“ nennen. Hiermit ist die Last gemeint, die bei den Frauen liegt, solche Tätigkeiten „auf dem Schirm“ zu haben. Besonders oft seien es die Frauen, die wahrnehmen und anstoßen, dass eben diese seltenen Reparaturen erledigt werden müssen, und sie seien es auch, die männliche Partner an die Hausarbeit erinnern. Eine Last, die schwer messbar ist – auf vielen Blogs wird sie illustriert mit der bekannten Antwort: „Das hätte ich doch weggeräumt / gemacht, du hättest mir das nur sagen müssen!“

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