Fast ein Zehntel der gesamten Einkommenssteuer in Deutschland wird von RentnerInnen gezahlt. Viele sind im Alter auf Arbeit angewiesen, da die Rente nicht reicht.

Erst zahlt man ein leben Lang in die Rentenkasse ein – und im Alter muss man auf seine Rente dann auch noch Steuern zahlen. Rund 4,4 Millionen RentnerInnen und Rentner-Ehepaare haben mehr als 33 Milliarden Euro pro Jahr an Einkommenssteuer gezahlt. Das kam bei der Antwort auf eine Anfrage an das Bundesfinanzministerium heraus. Das bedeutet, dass fast ein Zehntel der gesamten eingenommenen Einkommenssteuer in Deutschand von SeniorInnen gezahlt wird.

Ein Grund dafür ist die Erhöhung der Besteuerung von Renten seit 2005. Dadurch sind Berufstätige immer stärker auf private Altersvorsorge angewiesen, die steuerlich begünstigt wird. Außerdem müssen RentnerInnen immer häufiger arbeiten gehen, um ihren Lebensunterhalt aufgrund der niedrigen Renten aufzubessern. In dem genannten Bericht waren unter den steuerpflichtigen RentnerInnen gerade einmal 600.000 „Nur-RentnerInnen“ ohne weitere Einkünfte, die restlichen 3,8 Millionen RentnerInnen hatten Nebeneinkünfte durch Arbeit.

Altersarmut – ein gefährlicher Trend

Im Jahr 2016 waren 18,3% der über 65-Jährigen in Deutschland armutsgefährdet bzw. erheblicher materieller Entbehrung ausgesetzt. Dabei sind mit 20,8% die Frauen deutlich öfter betroffen als Männer (15,6%), was vor allem daran liegt, dass Frauen häufiger Teilzeit arbeiten und wegen der Pflege von Angehörigen oder Kindererziehung gar für längere Zeit aus der Arbeitswelt ausscheiden.

Das Rentenniveau ist in den letzten 29 Jahren beständig gefallen und war im vergangenen Jahr bis auf 45,7 Punkte geschrumpft. Durch diesen gefährlichen Trend werden zunehmend mehr RentnerInnen von Armut bedroht und betroffen sein. Zu erwarten ist dann auch ein weiterer Anstieg des Anteils der arbeitenden RentnerInnen.