Auf der Versammlung der Bayer-AktionärInnen wurde der Vorstand nicht entlastet – zum ersten Mal ist das bei einem DAX-Konzern der Fall. Der wahre Protest spielt sich allerdings deutschlandweit auf den Straßen ab, wo Tausende gegen Bayer und Monsanto demonstrierten.

Auf der Hauptversammlung des Bayer-Konzerns, der kürzlich Monsanto aufkaufte, blickten die AktionärInnen auf ein furchtbares Geschäftsjahr zurück. Innerhalb eines Jahres haben die Wertpapiere um fast 40% an Wert verloren. So kam es, dass die AktionärInnen den Vorstand nicht, wie üblich, entlasteten, sondern mit 55-prozentiger Mehrheit gegen eine Entlastung stimmten. Bei einem amtierenden DAX-Vorstandschef ist das bisher einmalig, direkte Konsequenzen hat das aber erstmal nicht.

Dennoch liest man in einigen Wirtschaftsjournalen von einem „Aufstand der Investoren“. Allerdings fand der wahre Aufstand andernorts statt, beispielsweise auf den bundesweiten Demonstrationen von Fridays for Future. Dort nahmen die teilnehmenden SchülerInnen in vielen Städten die Hauptversammlung zum Anlass, um gegen die Umweltverbrechen von Bayer-Monsanto zu demonstrieren.

In Bonn, wo die Versammlung stattfand, protestierten SchülerInnen trotz ihrer Ferien. An ihrer Seite ImkerInnen, die zum Protest Fässer mit toten Bienen und den Rauch, mit dem sie Bienen ruhig stellen, mitbrachten. Nicht nur das Bienensterben ist zu beklagen, auch 12.000 Arbeitsplätze sollen wegfallen, 4.500 davon in Deutschland.