WissenschaftlerInnen der ETH-Zürich wollen in einer jüngst veröffentlichten Studie nachgewiesen haben, dass eine Aufforstung des Planeten den Klimawandel effektiv bekämpfen könnte.

Die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler der Eidgenössischen Technischen Hochschule (ETH) in Zürich haben im „Science“ Magazin eine Untersuchung veröffentlicht, nach der eine massive Aufforstungskampagne von rund 900 Millionen Hektar Wald die Klimaziele noch erreichen könnte. Nach dem Weltklimarat dürfte hierzu eine Erderwärmung von 1,5 Grad nicht überschritten werden.

Das Anpflanzen von Bäumen wäre demnach eine sehr effektive Methode, um schädliche Treibhausgas-Emissionen zu verhindern. Durch eine derart große Aufforstung könnten zwei Drittel der bisher von Menschen verursachten Emissionen gespeichert werden.

Bäume speichern Kohlenstoff

Laut der ETH müssten neben der Aufforstung auch die Emissionen des Energie- und Transportsektors gesenkt werden, aber eine Neupflanzung von 900 Millionen Hektar Wald wäre erreichbar.

Momentan bestehe ein Waldbestand auf der Erde von rund 2,8 Milliarden Hektar, also müsse circa ein Drittel neu gepflanzt werden. Dies würde einer Fläche entsprechen, die 25 Mal so groß ist wie Deutschland. Für die Studie wurden landwirtschaftliche Flächen und Städte in der Berechnung ausgelassen.

Für eine Aufforstung kommen vor allem Flächen in Betracht, die ehemals Wald waren, nun aber zerstört sind. Genug Raum würden Russland, USA, Kanada, Australien, Brasilien und China bieten. Das ganze Potential eines solch großen Gebietes würde sich aber erst über einen längeren Zeitraum entfalten, da den Baumbeständen ausreichend Zeit geboten werden müsste, um zu wachsen.

Aufforstung fördern – Abholzung verhindern

Die Studie verweist darauf, dass mögliche Flächen für eine Bewaldung mit jedem Jahr immer kleiner werden. Somit sei ein schneller Beginn der Aufforstung nötig.

Neben der Abkehr von der Nutzung fossiler Brennstoffe und von einem zerstörerischen Wirtschaftsmodell sei die Beendigung der Abholzung von Baumbeständen ein wichtiger Faktor, um den Klimawandel zu bekämpfen. Vor allem Brasilien und Indonesien seien an der Vernichtung des aktuellen Waldbestandes maßgeblich beteiligt.