Für die BewohnerInnen des Dorfes Fairbourne ist der Klimawandel spürbar. Nur noch höchstens 26 Jahre lang soll es das Dorf geben. Die Gründe sind der steigende Meeresspiegel und ein Mangel an Bereitschaft, in Hochwasserschutz zu investieren.

Im walisischen Fairbourne leben rund 1.000 Menschen, es liegt ganz knapp über dem Meeresspiegel. Jetzt steht fest, dass diese rund 1.000 Menschen nur noch auf Zeit dort leben können, in Anbetracht des steigenden Meeresspiegels beginnen die Umsiedlungsplanungen. Es wird erwartet, dass der Spiegel im kommenden Jahrzehnt um einen Meter steigt – zu teuer und zu gefährlich für die Verantwortlichen.

Nicht nur, dass die BewohnerInnen sich von der Idee verabschieden müssen, in ihren Häusern alt zu werden oder Grundstücke zu vererben – der Klimawandel bedroht auch jetzt schon ihre Existenzen. Der Wert der Immobilien im Dorf ist steil gefallen, mit dem Erlös ein neues Haus zu kaufen ist fast unmöglich geworden. Immerhin ist die walisische Regionalregierung nicht dazu verpflichtet, Zahlungen zur Entschädigung zu tätigen.

„Das ist ein Weckruf!“

Die DorfbewohnerInnen werden nun schon als erste britische „Klimaflüchtlinge“ betitelt. „Dies ist ein Weckruf an das Land. Das wird auch anderswo passieren. Manchmal musst du zusehen, wie jemand anders das durchmacht – wir sind diesmal einfach die ersten.“, erklärt die 76-jährige Bev Wilkins im Interview mit The Guardian.

Mit ihrer Einschätzung wird Wilkins nicht ganz Unrecht haben: Zahlreiche Küstenregionen Großbritanniens sind in Gefahr. Selbst wenn die Regierungen sich streng an das Pariser Klimaabkommen halten sollten, wird der Meeresspiegel noch einige Jahrzehnte lang steigen.