In einem Berufungsverfahren ist nun ein Söldner der Organisation „Blackwater“ für einen Mord im Irak aus dem Jahr 2007 verurteilt worden.

Nicholas Slatten war Mitarbeiter der berüchtigten US-amerikanischen Söldnertruppe und weltweit größten Privatarmee namens Blackwater Security Consulting, die sich heute „Academi“ nennt. Slatten war Teil jener Einheit, die im Jahr 2007 auf dem Nisur-Platz in der irakischen Hauptstadt Bagdad mit Maschinengewehren und Granatwerfern willkürlich in eine Menschenmenge schoss. Hierbei wurden mindestens 17 Menschen getötet und 24 verletzt.

Bereits 2014 war ein Urteil gegen Slatten gefällt worden, das dann aber 2017 von einem anderen Gericht als unverhältnismäßig hoch aufgehoben wurde. Im Jahr 2018 konnte eine Jury in dem neu aufgerollten Fall keine Einigung erzielen, sodass erst jetzt – 12 Jahre nach der Bluttat – ein Urteil feststeht. Wieder wurde Slatten zu lebenslanger Haft verurteilt.

Der Fall Slatten ist nicht der einzige Fall von gezielten Massenhinrichtungen im Irak. Erst Anfang des Jahres wurde der US-Elite-Soldat Edward Gallagher von einem Militärgericht von der Anklage des Kriegsverbrechens freigesprochen.

Als Scharfschütze soll Gallagher aus einem Versteck heraus unbewaffnete Zivilisten erschossen haben. Weiter soll er einen verletzten Gefangenen mit seinem Jagdmesser erstochen und später mit der Leiche des Jugendlichen für Fotos posiert haben. Für die Fotos wurde er zu 4 Monaten Haft verurteilt.

Die Anklage stützte sich auf verschiedene Aussagen von ehemaligen Untergebenen Gallaghers. Dieser solle immer wieder damit geprahlt haben, sich auf die Lauer gelegt und Zivilisten getötet zu haben – laut Aussagen über einen Zeitraum von 80 Tagen täglich 3. Auch soll es ihm Spaß gemacht haben, Raketen auf Dörfer zu schießen.