In einer bundesweiten Aktion streikten heute an mehreren Standorten die GebäudereinigerInnen. Aufgerufen zum Warnstreik hatte die Gewerkschaft IG BAU. Auch am Mittwoch fanden bereits erste Aktionen statt.

Betroffen von dem Streik waren unter anderem die Objekte von ThyssenKrupp in Duisburg, bei BMW in Dingolfing, bei Bayer in Berlin und bei VW in Wolfsburg. Die Aktionen am Donnerstag sind ein weiterer Schritt in der Tarifauseinandersetzung in der Reinigungsbranche. Mit dem Streik soll der Druck auf die UnternehmerInnen erhöht werden.

Diese hatten am 30. September die sechste Verhandlungsrunde nach zwölfstündigen Gesprächen einseitig beendet, ohne einen neuen Termin auszumachen. Vorausgegangen war dem Ganzen die Kündigung des Rahmentarifvertrags von Seiten des Bundesinnungsverbands vom Gebäudereiniger-Handwerk. Grund hierfür war ein Urteil des Bundesarbeitsgerichts, nach dem die Unternehmen auch den 25%-Mehrarbeitszuschlag für Teilzeitkräfte zahlen müssten. Im Rahmentarifvertrag war dies nur für Vollzeitbeschäftigte vorgesehen. Überstunden in der Branche sind häufig und fallen vor Allem bei Beschäftigten in Teilzeit an. Diese extra zu vergüten, sind die Unternehmen nicht bereit. Betroffen von der Kündigung des Rahmentarifvertrags sind rund 650.000 Reinigungskräfte bundesweit.

Besonderen Unmut ruft auch das Verhalten der UnternehmerInnen hervor, während der laufenden Tarifverhandlungen Änderungsverträge zu verfolgen. Die ArbeiterInnen werden unter Druck gesetzt diese zu unterzeichnen. Die Verträge beinhalten deutlich schlechtere Konditionen

Gestreikt haben die Reinigungskräfte bereits am Dienstag an mehreren Flughäfen. Neben den Überstundenzuschlägen geht es den Beschäftigten auch um die Einführung von Weihnachtsgeld. Auch hier blockiert die Unternehmerseite vehement. Mit weißen Masken protestierten die Streikenden symbolisch als „Aufstand der Unsichtbaren“. Auf der Internetseite der IG BAU ist parallel ein „Dirty-Job-Pranger“ eingerichtet. Hier werden Unternehmen, die den tariflosen Zustand besonders perfide ausnutzen, an den Pranger gestellt.

In den kommenden Tagen und Wochen soll es zu weiteren Aktionen kommen. Ziel sei es, Druck aufzubauen und unberechenbar zu sein.