Einem Bericht der taz zufolge ist es offenbar zum zweiten Verkauf innerhalb eines Jahres von größeren landwirtschaftlichen Betrieben an eine Stiftung gekommen, die formelle Miteigentümerin von Aldi Nord ist.

Die taz schätzt die von der Stiftung erworbene Fläche auf 1.500 Hektar. Ein enormer Umfang, bedenkt man, dass die durchschnittliche Fläche eines Landwirtschaftsbetriebs in Deutschland knapp 40 Hektar beträgt.

Die Vermutung liegt jedoch nahe, dass Aldi den Betrieb nicht etwa erworben hat, um nun selbst die eigenen Produkte herzustellen, sondern vielmehr, weil aufgrund extrem niedriger Zinssätze Landspekulation als verhältnismäßig attraktive und sichere Investitionsmöglichkeit erscheint.

Dies umso mehr, als seit einer Reform der EU-Agrarpolitik im Jahr 2005 Subventionen nicht mehr abhängig von der Produktion der Betriebe, sondern lediglich entsprechend der Betriebsfläche gezahlt werden. Offiziell soll das verhindern, dass Bauern mehr als notwendig produzieren, nur um die Subventionen einzustreichen.

Nach Berechnungen der „Arbeitsgemeinschaft bäuerliche Landwirtschaft“ Mitteldeutschland (AbL) hat allein der verkaufte Betrieb im letzten Jahr Zuwendungen von 435.000 Euro erhalten.