UmweltaktivistInnen haben schon lange davor gewarnt, nun ist es auch der britischen Regierung zu heikel: Eine Serie von Erdbeben veranlasste die Energieministerin dazu, Fracking in Großbritannien ab sofort zu beenden. Vorerst haben die Erdgasunternehmen ihren Kampf für lose Gesetze verloren.

Boris Johnson nannte es eine „herrliche Nachricht für die Menschheit“, als vor rund einem Jahr auch in Großbritannien mit dem Fracking begonnen wurde. Bei dieser Methode wird unter großem Druck ein Gemisch aus Wasser, Sand und Chemikalien in tief gelegene Gesteinsschichten gepresst, um fein verteiltes Öl oder Erdgas aus der Erde zu fördern. Johnson und seine Partei unterstützten diese Möglichkeit, v.a. Schiefergas zu gewinnen. Sie waren der Hoffnung, dadurch unabhängiger von Gasimporten aus beispielweise Norwegen oder Katar zu sein.

UmweltaktivistInnen kritisierten dabei Fracking seit der Wiedereinführung und betonten vor allen Dingen das erhöhte Erdbebenrisiko. Es gibt schon seit längerem kleine Serien von Erdbeben in den Frackinggebieten. Im Jahr 2018 betrieb Cuadrilla für zwei Monate eine Frackinganlage. In dieser Zeit konnten SeismologInnen 57 kleinere Erdbeben messen. Das Unternehmen musste fünf Mal die Arbeiten unterbrechen, weil die Erdbeben die maximal erlaubte Stärke überschritten.

Lobbyismus für lose Gesetzgebung

Noch im Februar lehnte die Regierung eine Bitte der fördernden Unternehmen ab, die Gesetzgebung zum Fracking zu lockern. Konkret ging es darum, die Grenzen für erlaubte Erdbebenstärken zu erhöhen. Dabei setzten die Unternehmen die Regierung heftig unter Druck, indem sie drohten, mit derartig strengen Gesetzen würde nie rentables Fracking in Großbritannien möglich sein.

Nach einem starken Erdbeben im August erlässt die britische Regierung nun ein erneutes Moratorium für Fracking. Das letzte dauerte sieben Jahre an und endete im vergangenen Jahr.