Der Umsatz der 100 größten Unternehmen der Rüstungsindustrie (ohne China) belief sich im Jahr 2018 auf 420 Milliarden US-Dollar. Das entspricht einer Steigerung von 4,6 Prozent gegenüber dem Vorjahr.

Dies geht aus neuen Daten hervor, die gestern vom „Stockholmer Internationalen Friedensforschungsinstitut“ (SIPRI) im SIPRI-Top-100-Ranking veröffentlicht wurden.

Die neuen Daten aus der SIPRI-Datenbank zur Waffenindustrie zeigen, dass die Verkäufe von Waffen und Militärdiensten durch Unternehmen, die in den Top 100 gelistet sind, seit 2002 (dem Jahr, ab dem erstmals vergleichbare Daten verfügbar waren) um 47 Prozent gestiegen sind. In der Datenbank sind chinesische Unternehmen aufgrund fehlender Daten für eine verlässliche Schätzung nicht enthalten.

US-amerikanische Unternehmen dominieren die Top 100

Zum ersten Mal seit 2002 werden die fünf vordersten Plätze in der Rangliste ausschließlich von Rüstungsunternehmen mit Sitz in den USA belegt: Lockheed Martin, Boeing, Northrop Grumman, Raytheon und General Dynamics. Allein auf diese fünf Unternehmen entfielen im vergangenen Jahr 148 Milliarden US-Dollar und 35 Prozent der gesamten Top-100-Waffenverkäufe.

Die gesamten Waffenverkäufe der US-amerikanischen Unternehmen im Ranking beliefen sich auf 246 Milliarden US-Dollar, was 59 Prozent aller Waffenverkäufe der Top-100 entspricht. Das ist ein Plus von 7,2 Prozent gegenüber 2017. Aude Fleurant, Direktor des SIPRI-Programms, sieht einen Trend zu immer mächtigeren Rüstungskonzernen: „Große US-Unternehmen fusionieren, um die neue Generation von Waffensystemen produzieren zu können und sind daher besser in der Lage, Aufträge von der US-Regierung zu erhalten.“

Die Waffenverkäufe der russischen Unternehmen bleiben stabil

Die kombinierten Waffenverkäufe der 10 russischen Unternehmen im Ranking 2018 beliefen sich auf 36,2 Milliarden US-Dollar – ein geringfügiger Rückgang von 0,4 Prozent gegenüber 2017. Ihr Anteil an den gesamten Top-100-Waffenverkäufen ging von 9,7 Prozent im Jahr 2017 auf 8,6 Prozent im Jahr 2018 zurück.

Europa legt zu

Die kombinierten Waffenverkäufe der 27 europäischen Unternehmen in den Top 100 stiegen 2018 geringfügig auf 102 Milliarden US-Dollar.

Die Waffenverkäufe von Unternehmen mit Sitz in Großbritannien gingen um 4,8 Prozent auf 35,1 Milliarden US-Dollar zurück, blieben jedoch die höchsten in Europa. Der britische Konzern BAE Systems (Rang 6) ist der weltweit größte Waffenhersteller außerhalb der USA.

Die kombinierten Waffenverkäufe französischer Unternehmen in den Top 100 waren mit 23,2 Mrd. USD die zweithöchsten in Europa. „Das Gesamtwachstum des Waffenumsatzes der sechs französischen Unternehmen in den SIPRI Top 100 resultierte hauptsächlich aus einem Umsatzanstieg von 30 Prozent durch den Kampfflugzeughersteller Dassault Aviation“, sagt Diego Lopes da Silva, Forscher für SIPRIs Waffen- und Militärausgaben-Programm.

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Der Gesamtumsatz der vier deutschen Rüstungsunternehmen in der Rangliste ging um 3,8 Prozent zurück. „Einem Anstieg der Auslieferungen von Militärfahrzeugen durch Rheinmetall, das größte in Deutschland ansässige Rüstungsunternehmen, stand ein Umsatzrückgang des Schiffbauers ThyssenKrupp gegenüber“, sagt Pieter D. Wezeman, Senior Researcher bei SIPRIs Programm für Waffen und Militärausgaben.

80 der 100 Top-Waffenhersteller im Jahr 2018 waren in den USA, in Europa und in Russland ansässig. Von den verbleibenden 20 waren 6 in Japan ansässig, 3 in Israel, Indien und Südkorea, 2 in der Türkei und je 1 in Australien, Kanada und Singapur.