Jedes Jahr gibt es in Australien eine Buschbrand-Saison, doch dieses Jahr begann sie viel früher und ist größer als je zuvor. Allein im Bundesstaat Victoria fielen 25 Menschen den Bränden zum Opfer und weitere 28 werden vermisst. Auch mehr als eine halbe Milliarde Tiere sind im Bundesstaat New South Wales verendet. In den bisherigen vier Brand-Monaten sind über vier Millionen Hektar verbrannt – eine Fläche größer als Belgien.

Nun soll in Australien auch noch die größte Kohle-Mine der Welt gebaut werden: Der indische Konzern Adani hat das Milliarden-Projekt bereits seit Jahren geplant und will nun mit der Umsetzung beginnen, der deutsche Konzern Siemens soll ihn dabei unterstützen. Allein der Auftrag an Siemens umfasst eine Summe von rund 20 Millionen Euro. In der Mine sollen jährlich bis zu 60 Millionen Tonnen Kohle gefördert werden.

KlimaschützerInnen werden international laut gegen die Mine

Vielen Umwelt- und KlimaschützerInnen geht das zu weit. Seit Jahren kämpfen sie in Australien gegen die Mine. Unter dem Hashtag #StopAdani haben nun auch Fridays for Future (FFF)-Ortsgruppen gegen eine Beteiligung von Siemens und den Bau der Kohlemine protestiert.

Einige FFF Gruppen sehen den direkten Bezug zum Kapitalismus und schreiben:

„Obwohl sich zeigen lässt, wie der Klimawandel die Situation massiv verstärkt, verweigert es die australische Regierung, wirkliche Maßnahmen für den Klimaschutz zu ergreifen. Stattdessen baut der Kohlekonzern Adani dort gerade die größte Kohlemine der Welt.
Durch den Bau werden Land und Kulturstätten australischer Ureinwohner zerstört. Dazu liegt die Mine noch in die Nähe des größten Korallenriffs der Welt, dem Great Barrier Reef. Die Schiffe, die die Kohle transportieren, werden dem eh schon stark gefährdeten Riff erheblichen Schaden zufügen.

Dass die australische Regierung nicht einmal hier eingreift und das unter Naturschutz stehende Riff schützt, welches für unser Ökosystem so wichtig ist, beweist wieder einmal, dass im Kapitalismus (in Deutschland wie in Australien) nur der Profit der Konzerne zählt.“

Auch eine Petition wurde gestartet in der Hoffnung, dass sich Siemens gegen eine Beteiligung an dem Bau der Kohlemine entscheidet. Die Petition hat bereits jetzt tausende von Unterschriften. Auch ruft Fridays for Future dazu auf, Emails an Joe Käser, den Konzernchef von Siemens, zu schicken mit der Aufforderung, sich gegen das Projekt zu entscheiden.