Im gesamten Rheinland wurde am Samstag bei den Protesten des Bündnisses „Ende Gelände“ Kohle- und Gasinfrastruktur blockiert. Über 3.000 AktivistInnen gelangten mit verschiedensten Aktionsgruppen unter anderem in den Tagebau Garzweiler, zum Kohlebunker am Tagebau Garzweiler, in das Kohlekraftwerk Weisweiler und zum Gaskraftwerk Lausward bei Düsseldorf. Dabei kam es zu massiven Grundrechtsverletzungen durch die Polizei.

Die ersten waren am Samstag schon früh auf den Beinen. Gegen 3:45 Uhr startete der „Purpurne Finger“ von einem Camp nördlich von Köln. Zuvor hatten die AktivistInnen auf dem Camp gemeinsam geübt und sich vorbereitet.

Etwa drei Stunden später waren die rund 200 KlimaschützerInnen an ihrem Ziel angekommen, dem Gaskraftwerk Lausward. In diesem Jahr will das Bündnis „Ende Gelände“ auch auf die Schädlichkeit von Gas für das Klima aufmerksam machen. Später startete die Gruppe noch zu einer Spontan-Demonstration in der Kölner Innenstadt.

Dabei handelte es sich nur um die Aktion von einem „Finger“ von insgesamt 14 Aktionsgruppen.

Während der Aktionen kam es immer wieder zu Grundrechtsverletzungen durch die Polizei. In einer Pressemitteilung listet Ende Gelände Versammlungsverbote, unzulässige Polizeikessel, Körperdurchsuchungen mit vollständiger Entkleidung, Verbringungsgewahrsam, Einschüchterungsversuche im Vorfeld, Einschränkung der Pressefreiheit sowie Polizeigewalt auf. Auf einem Video ist z.B. zu sehen, wie Hunde mehrfach gezielt auf Demonstrierende gehetzt werden.

Eine Aufdeckung rechtsextremer Strukturen in der Polizei folgt der nächsten. Hinzu kommt jetzt die massive Polizeigewalt gegen Menschen, die sich für eine bessere Zukunft einsetzen. Das Polizeiproblem in Deutschland ist nicht mehr zu vertuschen. Wir lassen uns durch willkürliche Repression nicht einschüchtern und sind solidarisch mit allen Betroffenen.“, sagt Kim Solievna, Pressesprecherin von Ende Gelände.

„Die Klimagerechtigkeitsbewegung ist zurück!“

„Wir sind sehr zufrieden mit der erfolgreichen Aktion. Wir haben mit vielfältigem Protest gezeigt, dass Kohle und Gas im Boden bleiben müssen – und zwar sofort!“, zieht Bündnissprecherin Ronja Weil ein positives Fazit und kommentiert: „Gemeinsam mit Fridays for Future wurde weltweit gezeigt – Die Klimagerechtigkeitsbewegung ist zurück!“

Am Freitag nahmen allein in Deutschland über 200.000 Personen am globalen Streik von FFF teil. Am Tagebau Garzweiler protestierten am Samstag Fridays for Future und die Initiative Tagebaubetroffener „Alle Dörfer bleiben!“ für Klimagerechtigkeit und den Erhalt der von Abbaggerung bedrohten Dörfer. In Keyenberg – einem der bedrohten Dörfer – wurde gestern die Gaststätte des Dorfes von Ende Gelände-AktivistInnen wiedereröffnet.

Paula Eisner, Pressesprecherin des Bündnisses, ergänzt: „Dieses Wochenende ist ein Grund zur Hoffnung. Wir werden nicht aufhören, für einen gerechten und ökologischen Systemwandel zu kämpfen. Seite an Seite mit den Menschen aus den Dörfern können wir Großkonzernen wie RWE die Stirn bieten. Unsere gemeinsamen Aktionen sind nur ein Vorgeschmack auf das, was kommen wird, wenn RWE den Abriss der Dörfer fortführt.“


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