Während die Corona-Fallzahlen jeden Tag neue negativ Rekorde setzen und die bisherigen Maßnahmen von Bund und Länder scheinbar keinen positiven Einfluss auf das Infektionsgeschehen haben, soll nun ein „Lockdown light“ diskutiert und beschlossen werden.

Egal wie man zu den Maßnahmen der Bundesregierung, der Länder und Kommunen rund um die aktuelle Coronasituation steht, so zeigen die weiter exponentiell steigenden Coronazahlen das die bisherige Maßnahmen und Einschränkungen im öffentlichen Leben nicht den erwünschten Erfolg gebracht haben. Zudem seien die Gesundheitsämter in steigendem Maße mit der Rückverfolgung der Infektionswege überfordert.

Regierung will Lockdown „light“

Aus Regierungskreisen heißt es daher nun, dass am morgigen Mittwoch in der Konferenz der Bundeskanzlerin mit den Ministerpräsident:innen der Länder ein erneuter „Lockdown“, als ein gezieltes herunterfahren des gesellschaftlichen Lebens und aller nicht notwendigen Kontakte diskutiert und beschlossen werden soll. Dabei sollen vermutlich jedoch Schulen, Betreuungseinrichtungen und die allermeisten Arbeitsplätze ausgenommen sein. Die Maßnahmen würden sich daher in aller erster Linie auf den privaten Lebensbereich konzentrieren und diesen massiv einschränken.

Laut Regierungssprecher Steffen Seibert, könnte der neuerliche Lockdown erneut die Schließung von Bars und Restaurants, sowie grundsätzliche Veranstaltungsverbote einschließen. Die Schließung von Schulen und Kindergärten solle nur in Regionen mit besonders hohen Fallzahlen in Frage kommen. Auch die Rheinland-pfälzische Ministerpräsidentin Malu Dreyer sprach sich für harte Maßnahmen aus, jedoch „ohne dass Kitas und Schulen schließen müssen und die Wirtschaft zu Boden geht“.

Stimmen aus Politik und Wirtschaft für den komplett Lockdown

Der baden-württembergische Innenminister Thomas Strobl plädiert bei weiter steigenden Zahlen sogar für noch drastischere Maßnahmen. Er schlägt einen einwöchigen komplett Lockdown vor. Bei dem neben Schulen, Kitas und Geschäften auch der Grenzverkehr geschlossen werden solle.

Ähnlich äußerte sich der Leiter des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung Marcel Fretzscher. Er plädiert für das koordinierte komplette Herunterfahren der deutschen Wirtschaft und aller nicht notwendigen Produktion für zwei bis drei Wochen, damit danach ohne Unsicherheiten und lange Einschnitte weiter Umsatz gemacht werden könne. „Aus der Perspektive der Wirtschaft wäre ein kurzer, scharfer Lockdown wahrscheinlich die beste Option“, so Fretzscher.


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