Die Milliardeninvestitionen in flächendeckende Kita-Betreuung trägt bisher keine Früchte. Da von Jahr zu Jahr die Zahl der Geburten und zu versorgenden Kinder zunimmt und außerdem mehr Eltern die Betreuung für Kinder unter drei Jahren in Anspruch nehmen wollen, steigt der Bedarf.

Trotz des Ausbaus von 135.000 Plätzen wuchs die Betreuungslücke für unter Dreijährige von 2015 bis März 2020 um 127.000 Plätze. Insgesamt fehlen rund 342.000 Betreuungsplätze. Für jedes siebte Kind unter drei fehlt ein öffentlich geförderter Platz, so das Institut der deutschen Wirtschaft (IW).

Die Betreuungsmöglichkeiten unterscheiden sich dabei sehr nach Bundesländern: Im Saarland fehlte für 19,8% der U3-Kinder ein Platz, in Bremen für 19,1% und in NRW für 18.9%.

Insgesamt liegt die Betreuungsquote in Ostdeutschland deutlich höher als in Westdeutschland. In 68 von 77 ostdeutschen Landkreisen werden mehr als die Hälfte der U3-Kinder betreut. In Westdeutschland erreichte kein einziger Landkreis diese Betreuungsquote.

Zu wenig Personal, zu viel Arbeitsbelastung

Eine Studie der Bertelsmann-Stiftung stellte fest, dass auch die Arbeitsbelastung der Kita-Erzieher:innen entsprechend zugenommen hat. Im Jahr 2019 betreute eine Kitakraft durchschnittlich 4,2 ganztags betreute Kinder unter drei oder 8,8 ältere Kita-Kinder.

Fast drei von vier Kindern besuchen bundesweit eine Einrichtung, in der es nicht genug Personal für den eigentlichen Bedarf gibt. Außerdem seien auch die Gruppen größer als empfohlen. Die Autor:innen der Bertelsmann-Studie empfehlen für U3-Kinder maximal zwölf, für Ältere maximal 18 Kinder pro Gruppe.


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