Am Samstag wurden ein Radfahrer des Haus-zu-Haus-Services „Lieferando“ und auch ein unbeteiligter Fußgänger von einem SUV angefahren. Beide starben bei dem Verkehrsunfall. Lieferando-Fahrer:innen versammelten sich daraufhin zu einer Mahnwache.

Am Samstag ist ein Radfahrer des Lieferdienstes Lieferando bei einem Verkehrsunfall in Frankfurt am Main ums Leben gekommen. Das machte ein Aktivist der Initiative „Liefern am Limit“ auf Twitter bekannt. Etwa einen Tag später wurde dies auch vom Unternehmen bestätigt.

Der Fahrradkurier wurde gegen 16 Uhr von einem SUV mit einer Geschwindigkeit von etwa 100 km/h erfasst und erlag anschließend seinen Verletzungen. Auch ein 61-jähriger Fußgänger wurde durch den BMW-Geländewagen überfahren und dabei getötet. Eine 31 Jahre alte Frau erlitt schwere Verletzungen. Zuvor hatte der Fahrer wohl die Kontrolle über sein Auto verloren und war auf den Gehweg geraten.

Wie ein Polizeisprecher am Sonntag mitteilte, geht die Polizei derzeit von überhöhter Geschwindigkeit als Unfallursache aus. Die Personalien des nur leicht verletzten Fahrers wurden aufgenommen.

Am Sonntag fand am Unfallort eine Mahnwache von etwa 50 Lieferando-Fahrer:innen statt, zu der Kolleg:innen aufgerufen hatten. Auch in Münster fand eine Kundgebung von Fahrer:innen des Lieferdienstes statt.

Die Fahrer:innen fordern unter anderem besseren Arbeitsschutz und darüber hinaus einen Stopp der betriebsräte-feindlichen Politik des Unternehmens.

Schon seit längerem steht Lieferando ebenso wie die ähnlichen Unternehmen „Foodora“ und „Deliveroo“ (das im März seinen Dienst in Deutschland einstellen wollte) wegen schlechter Arbeitsbedingungen in der Kritik. So muss die Ausrüstung selbst bezahlt werden und das eigene Handy für Aufträge genutzt werden.

Lieferando gehört zu den Gewinnern in der Corona-Krise, da viele Menschen das Essen zu sich nach Hause bestellen. Das Unternehmen gehört zu dem fusionierten niederländischen Konzern „Just Eat Takeway“.


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