Mit der RCEP („regionale, umfassende Wirtschaftspartnerschaft“), dem neuen weltgrößten Freihandelspakt, werden die Handelsbeziehungen am Pazifik neu geordnet. Das Abkommen umfasst eine ähnliche Wirtschaftsleistung wie die EU und wird auch Auswirkungen auf die Beziehungen zu den USA haben. Aber auch innerhalb des Bündnisses gibt es Konflikte. 

15 Staaten in der Asien-Pazifik-Region haben sich auf ein neues Freihandelsabkommen geeinigt. Neben China sind auch Japan, Australien und etliche südostasiatische Staaten beteiligt. Die „Regionale, umfassende Wirtschaftspartnerschaft“ (RCEP) vereint 29 Prozent des weltweiten Handelsvolumens in sich. Die 15 beteiligten Länder haben eine Gesamtbevölkerung von 2,2 Milliarden Menschen. Damit ist RCEP bereits jetzt auf einem ähnlich hohen Handelsniveau wie die EU und einem mehr als vierfachen Anteil an der Weltbevölkerung.

Das Abkommen umfasst Handel, Dienstleistungen, Investitionen, online-Handel, Telekommunikation und Urheberrechte. Expert:innen gehen davon aus, dass es das Handelsvolumen der beteiligten Staaten rasant erhöhen und das der EU überholen könnte.

https://perspektive-online.net/2020/11/bundeswehr-soll-am-suedchinesischen-meer-mitmischen/

Neue Entwicklung im Streit um den Indo-Pazifik

Mit dieser Freihandelszone ändert sich die Ausgangslage für den schwelenden Konflikt am Indo-Pazifik. Erst vor einer Woche verhandelten Australien und Deutschland über eine militärische Zusammenarbeit mit Blick auf die chinesischen Vorstöße im südchinesischen Meer. Dass Australien jetzt mit China Teil des RCEP ist, räumt die bisherigen Konflikte jedoch keineswegs beiseite.

Außerdem steht das neue Freihandelsabkommen nicht im Widerspruch zu dem bereits bestehenden trans-pazifischen Abkommen CPTPP. Dieses Abkommen besteht zwischen Australien, Brunei, KanadaChile, Japan, Malaysia, Mexiko, Neuseeland, Peru, Singapur und Vietnam und ist bislang von sieben Staaten ratifiziert.

 


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