In den USA sind etwa 50 Millionen Menschen auf die Lebensmittel-Tafeln angewiesen und jeden Tag kommen neue hinzu. Die Wirtschaftskrise und Pandemie haben gemeinsam für eine regelrechte Hungerkrise gesorgt.

Die Essensausgabestellen in den USA sind mittlerweile mehr als überlastet, vor vielen von ihnen bilden sich lange Schlangen. Eindrucksvolle Bilder der Nachrichtenagentur AP zeigen die Schlangen vor einer Lebensmittelausgabe in Metairie, einem Vorort von New Orleans im US-amerikanischen Bundesstaat Louisiana. Dort stehen hunderte Autos die gesamte Nacht an, um eine Chance zu haben, noch etwas von den Lebensmitteln abzubekommen.

Es sind zwischen 150 und 200 Autos, die seit Mitternacht dort warten. Norman Butler, einer der Menschen, der in der Schlange wartet, erklärt sich zu einem Interview mit der Nachrichtenagentur AP bereit. Er berichtet, dass – selbst wenn man schon zwischen 3 und 4 Uhr morgens ankäme – immer bereits Autos dort anstünden. So sehr sorgen sich die Menschen um ihre nächste Mahlzeit.

Bereits in der letzten Wirtschaftskrise waren viele Amerikaner:innen auf die Lebensmittelbanken angewiesen. Doch in der gegenwärtigen Krise hat sich die Zahl der Hilfsbedürftigen noch einmal massiv erhöht. Norman Butler gehört zu eben diesen Erstnutzer:innen der sogenannten „Food Banks“. Normalerweise ist er Fahrer der Firma „Uber“, hat aber nun durch die Wirtschaftskrise und die Pandemie kaum noch Kund:innen, sein Einkommen fällt weg. Ersparnisse hat er auch keine.

„Von den Menschen, die wir versorgen, sind über die Hälfte zum ersten Mal hier. Wir bekommen jeden Tag zig Anrufe von Leuten, die gerade arbeitslos geworden oder schon seit Monaten ohne Job sind. Und jetzt kommen sie an den kritischen Punkt, wo sie nichts mehr zu essen haben.“

Die Organisation „Feeding America“ gab bekannt, das mittlerweile rund 50 Millionen US-Bürger:Innen nicht mehr genug zu essen haben. Das trifft vor allem Familien mit Kindern, erzählt Lisa Scales, eine Mitarbeiterin der Lebensmittel-Tafel in Pittsburg. In den letzten Doch schon bereits vor der Wirtschaftskrise wussten rund 35 Millionen US-Bürger:innen regelmäßig nicht, wovon sie sich ernähren sollten. Zusätzlich zum Essen fehlt vielen auch das Geld für andere Ausgaben wie Miete und Strom, es droht die Obdachlosigkeit.

Wie in vielen Fällen trifft es auch hierbei insbesondere Minderheiten wie Afro-Amerikaner:innen und Latinos. Sie leiden auch gesundheitlich besonders stark unter der Pandemie.

Der US-Senat und das Repräsentantenhaus versuchen derweil seit Wochen, sich auf ein neues Corona-Hilfspaket zu einigen – Wochen, in denen Millionen Menschen in den USA dringend Geld zum Essen benötigt hätten. Mit rund 908 Milliarden Dollar könnten die Arbeitslosenhilfen fortgesetzt und die Not vieler Familien zumindest kurzfristig gemildert werden.


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