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Freitag, Juli 12, 2024
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    Rassistischer Polizeimord in Minneapolis: Daunte Wright bei Verkehrskontrolle erschossen

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    Am vergangenen Sonntag wurde der 20-jährige Afroamerikaner Daunte Wright bei einer Verkehrskontrolle von einer Polizistin erschossen. Er hatte einen offenen Haftbefehl wegen nicht gezahlter Geldstrafen von 346 US$ und dem Versäumen einer gerichtlichen Anhörung. Die Polizei spricht von einem Versehen: Man hätte ihn nur tasern wollen.

    Kurz darauf gab es erhebliche Unruhen vor der Polizeiwache, die mit Einsatz von Gummigeschossen aufgelöst wurden. In der selben Stadt wurde vor knapp einem Jahr George Floyd von einem Polizisten getötet.

    Daunte Wright war auf dem Weg zur Autowäsche, als er von der Polizei angehalten wurde. Die Begründung für die Kontrolle soll ein Lufterfrischer an seinem Rückspiegel gewesen sein. Bei der Kontrolle wollten die Polizist:innen den Mann festnehmen. Er stieg zurück in seinen Wagen und versuchte wegzufahren. Eine Polizistin rief „Taser!“ und schoss kurz darauf aus nächster Nähe in den den Bauch von Wright. Der Afroamerikaner war unbewaffnet und stellte zu keinem Zeitpunkt ein Risiko für die Beamt:innen dar.

    Noch am Sonntag kam es zu großen Protesten in Minneapolis und angrenzenden Städten. Die Behörden reagierten mit massiver Repression und lösten die Demonstrationen zum Teil gewaltsam auf.

    Mittlerweile hat der Gouverneur Tim Walz den Ausnahmezustand verhängt. Damit gilt in mehreren Städten des Bundesstaats Minnesota, zu dem auch die Stadt Minneapolis gehört, von 19 Uhr bis 6 Uhr eine Ausgangssperre. Walz selbst spricht von der größten Polizeipräsenz in der Geschichte des Bundesstaats: Es sind ungefähr 1.000 Polizist:innen von verschiedenen lokalen und bundesstaatlichen Polizeibehörden im Einsatz.

    Laufender Prozess wegen dem rassistischen Polizeimord an George Floyd

    Vor wenigen Wochen hat in einem Gericht wenige Kilometer von dem Ort der tödlichen Polizeikontrolle entfernt der Prozess gegen den weißen Polizisten Derek Chauvin begonnen. Er hatte letztes Jahr während einer Festnahme den Afroamerikaner George Floyd vor laufender Kamera getötet. Mehrere Minuten kniete der Polizist auf Floyds Hals, bis der schließlich ohnmächtig wurde und starb.

    Im Zuge der rassistischen Polizeimorde in den USA entflammte daraufhin die „Black Lives Matter“- Bewegung, die sich gegen Rassismus und Polizeigewalt ausspricht. Mittlerweile werden in vielen weiteren Ländern und auch in Deutschland antirassistische Demonstrationen unter diesem Slogan organisiert.

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