Schon am Wochenende ist es in Seehausen (Sachsen-Anhalt) offenbar zu einem faschistischen Angriff auf Umweltaktivist:innen gekommen. Im Outfit des Ku-Klux-Klans schoss ein Angreifer, vermutlich mit einer sogenannten „Soft-Air“-Waffe, auf die Demonstrant:innen am Seehausener Bahnhof.

Die Aktivist:innen wollen unter anderem mit Baumbesetzungen die Rodung des „Losser Forsts“ für den Weiterbau der Autobahn A 14 verhindern. In Seehausen und Umgebung schlägt ihnen aus der Bevölkerung für dieses Ziel sowohl Unterstützung als auch starke Ablehnung entgegen.

Bei dem Angriff wurden zwei der Demonstrant:innen verletzt. Als einige von ihnen auf den Angreifer zuliefen, entfernte er sich. Offenbar hatte er jedoch Unterstützung: so wurde der Angriff von einem weiteren Mann gefilmt, und Zeugen schildern, dass der Angreifer auf der Beifahrerseite in ein Auto gestiegen sei, mit dem er dann floh. Alles spricht also für einen Angriff organisierter Strukturen.

Wie die Aktivist:innen berichten, reiht sich dieser Angriff in eine Reihe anderer Attacken ein. So seien sie mehrfach von mit Stöcken und Baseball-Schlägern bewaffneten Gruppen bedroht worden und mussten teilweise die Flucht ergreifen.

In Deutschland taucht der Ku-Klux-Klan immer wieder im Zusammenhang mit besonders militanten Kreisen der faschistischen Bewegung auf, die in Verbindung mit organisiertem faschistischen Terror gebracht werden können.

So bestand offenbar auch im unmittelbaren beruflichen Umfeld der Polizistin Michelle Kiesewetter, die aus bis heute unklaren Gründen 2007 erschossen wurde, eine Gruppierung dieser Organisation. Offiziell wird dieser Mord dem NSU zugerechnet.


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