Aktivist:innen der „Scientist Rebellion“ lassen Informationen aus den dritten Teil des „IPCC“-Berichts durchsickern. Aus ihm geht hervor: Die reichsten zehn Prozent sind für den absoluten Löwenanteil der privaten Emissionen verantwortlich. Wissenschaftler:innen veröffentlichten die Daten aus Angst vor „Verwässerung“.

Die Scientist Rebellion sind ein Ableger der Extinction Rebellion-Bewegung. Sie gehen mit – wie sie es selbst beschreiben – „friedlichem Ungehorsam“ gegen die Klimakatastrophe an. Ein spanischer Zweig der Scientist Rebellion veröffentlichte nun über spanische Medien einen Entwurf für den dritten Teil des „Intergovernmental Panel on Climate Change“ (IPCC). Er sollte eigentlich erst im März erscheinen.

In diesem stellen Forscher:innen des Weltklimarats unter anderem die Frage, welcher Bevölkerungsanteil der Erde für die höchsten privaten Emissionen verantwortlich ist.

Die reichsten zehn Prozent der Weltbevölkerung verursachen demnach 36 bis 45 Prozent der Emissionen. Die ärmsten zehn Prozent seien dem gegenüber nur für 3 bis 5 Prozent verantwortlich.

Das führen die Forscher:innen vor allem auf Luftreisen, übermäßiges Kühlen und Heizen von Wohnraum sowie Essgewohnheiten zurück. In puncto Flugverkehr sei das reichste Prozent der Erde für 50 Prozent der Emissionen verantwortlich.

100 Unternehmen verursachen 71% der Emissionen

Eine weitere Statistik ist hilfreich, um zu verstehen, wer die Umwelt ganz besonders belastet und ausbeutet. Denn die von Scientist Rebellion veröffentlichten Zahlen beziehen sich vorerst auf den privaten Verbrauch und die daraus entstehenden Emissionen.

Die noch viel größere Belastung stellen jedoch Industrie und Logistik dar – nicht selten Bereiche, die die bisher erwähnten zehn Prozent überhaupt erst reich machen. So sind nur rund 100 Unternehmen für 71 Prozent der industriellen Treibhausgasemissionen verantwortlich. 25 Unternehmen produzieren die Hälfte der Emissionen.


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