In der Schlichtung zwischen der IG BAU und den Kapitalvertreter:innen sind die Fronten verhärtet. Nun kündigt die IG BAU bundesweite Streiks an, sollte sich die Gegenseite nicht bewegen.

Die Tarifverhandlungen im Bauhauptgewerbe sind Ende September ohne Abschluss zu Ende gegangen. Danach verständigte man sich auf eine Schlichtung unter Führung des Präsidenten des Bundessozialgerichts, Rainer Schlegel. Dennoch zeigt sich noch immer wenig Bewegung.

Was fordert die Gewerkschaft?

Die „Industriegewerkschaft Bauen-Agrar-Umwelt“ (IG BAU) fordert für die 900.000 Arbeiter:innen in der Branche eine Lohnerhöhung von 5,3 Prozent, einen Angleich der Löhne in Ost- an die in Westdeutschland sowie eine höhere Entschädigung für lange Arbeitswege. Letzteres soll bisher der größte Zankapfel in den Verhandlungen mit dem „Zentralverband Deutsches Baugewerbe“ (ZDB) und dem „Hauptverband der Deutschen Bauindustrie“ (HDB) sein, bei dem sich beide Seiten nicht einigen können.

Bald bundesweite Streiks?

Der Bundesvorsitzende der IG BAU, Robert Feiger, bezeichnete die Schlichtung gegenüber der Süddeutschen Zeitung als „letzte Chance“: „Ich akzeptiere auch nicht, dass der Bauarbeiter, der täglich die Knochen hinhält, jetzt auch noch durch Lohnverzicht die Kosten niedrig halten soll“, so Feiger weiter.

Sollten die Unternehmen ihre Blockadehaltung nicht aufgeben, werde es zu bundesweiten Streiks kommen. Dann würden öffentlicher wie privater Gebäudebau sowie der Straßenbau in der Bundesrepublik lahm liegen. Das letzte Mal hatte es einen solchen bundesweiten Streik im Jahr 2002 gegeben.


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