In Dresden protestierten über 3.000 Menschen gegen die rassistische PEGIDA-Bewegung, die heute ihr siebenjähriges Bestehen feiern wollte. Am Rande kam es zu Polizeigewalt gegen Journalist:innen und Linke.

Die Geburtstagsfeier der rechtsradikalen PEGIDA-Bewegung („Patriotische Europäer gegen die Islamisierung des Abendlandes“) sollte für bis zu 5.000 Teilnehmer:innen auf dem Altmarkt in Dresden Platz finden. Schlussendlich kamen allerdings nur ca. 900 Menschen zu der rechten Kundgebung, während auf Seiten des Gegenprotests bis zu 3.000 Antifaschist:innen ihren lautstarken Unmut über die rassistischen und nazistischen Inhalte kundtaten.

In Dresden hatten mehrere Bündnisse zum Gegenprotest aufgerufen, und auch aus anderen Städten, wie Leipzig solidarisierten sich linke Gruppen durch ihre Teilnahme an dem Protest mit Dresdner Antifaschist:innen. Es gab zwei Zubringerdemonstrationszüge, die sich von dem Alaunpark in der Neustadt und der TU Dresden auf dem Altmarkt zu einer großen Kundgebung vereinten.

In Ersterem kam es auf dem Weg zur Zündung von einzelnen Rauchtöpfen, worauf die Polizei den Demonstrationszug abfilmte und teilweise gewaltsam nach den Verursacher:innen suchte.

Prominente Redner der rechten Bewegung

Auf der Kundgebung von Pegida kamen neben dem Gründer Lutz Bachmann auch einschlägige rechte Persönlichkeiten wie Österreichs Ex-Vizekanzler Heinz-Christian Strache (FPÖ) und „Compact“-Chefredakteur Jürgen Elsässer zu Wort. Zusätzlich sprach auch der Gründer der rechtspopulistischen „English Defence Leauge“, Stephen Yaxley-Lennon alias Tommy Robinson, auf der Demonstration und wurde durch Lutz Bachmann ins Deutsche übersetzt.

Die Reden der Gäste wurden allerdings durch die zahlenmäßig größere Gegendemonstration übertönt, sodass deren hetzerische Inhalte selbst für die Unterstützer:innen der Pegida-Kundgebung schlecht verständlich waren.

Mehrere Fotos dokumentieren währenddesen die Teilnahme von deutlich erkennbaren Neonazis, die sich zwischendurch von der Kundgebung entfernten und den Konflikt mit dem Gegenprotest suchten.

Dabei hatten sie auch eine Fahne in den schwarz-weiß-roten Farben des Kaiserreichs, auf welchen gut leserlich Soldaten der Wehrmacht verherrlicht wurden. Die Polizei sah darin allerdings offensichtlich kein Problem und die Fahne durfte hängen bleiben.

Polizei prügelt auf Linke und Presse ein

Mehrere Augenzeug:innen berichten auf Twitter davon, dass es erneut zu Übergriffen durch die Polizei auf Journalist:innen und Antifaschist:innen kam. Auf Twitter wurde von einem gewaltsamen Angriff auf ein:e Journalist:in berichtet, bei dem auf die Kamera und den Oberkörper geschlagen wurde.

Während einige User:innen davon berichten, dass Teilnehmer:innen der rechten Kundgebung ungestört die Gegendemonstration provozieren und bedrohen konnten, kam es zu körperlicher Gewalt und Personalfeststellungen gegenüber den linken Protestierenden. Für Aufregung sorgte zudem ein Interview des Pressesprechers der Polizei Dresden mit dem bekannten Querdenker Marcus Fuchs.

Hart erkämpfter Erfolg

Die Gegendemonstration in Dresden kann aus Sicht der Antifaschist:innen trotz der Repressionen durch die Polizei und die prominenten Redner auf Pegida-Seite als Erfolg gewertet werden. Die lautstarke und zahlenmäßig überlegene Gegendemonstration signalisierte allen Faschist:innen, Rassist:innen und Verschwörungstheoretiker:innen der politisch Rechten, dass sie in Dresden nicht länger willkommen sind. Dass die Polizei dabei den Gegendemonstrant:innen einmal mehr Steine in den Weg legte, zeigt, wie wichtig praktischer und konsequenter Antifaschismus nach wie vor ist.


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