Antimilitarist:innen blockierten am Freitag die Zufahrt der Rheinmetall-Waffenfabrik in Unterlüß und forderten einen Stopp der Rüstungsproduktion und Waffenexporte.

Rund 30 Aktivist:innen des “Antimilitaristischen Bündnisses Wendland” haben am Freitagmorgen mehrere Stunden lang die Hauptzufahrt des Produktionsstandorts von “Rheinmetall Landsysteme/Waffe Munition GmbH” blockiert. In Folge der Blockade konnten Kund:innen, Dienstleister:innen und Mitarbeiter:innen das Werk nicht betreten.

„Unsere gewaltfreie Aktion richtet sich nicht gegen die einzelnen Mitarbeiter:innen, sondern gegen einen Waffenbetrieb, der Kriege anheizt, Fluchtursachen schafft und Gewinne mit dem Tod von Menschen macht“, begründet das Bündnis seine Aktion in einer Pressemitteilung.

Mit der Blockade fordern die Aktivist:innen den Stopp der Rüstungsproduktion in Unterlüß, den sofortigen Stopp aller Lieferungen von Rüstungsgütern aus Altbeständen ins Ausland und die Konversion der Produktion in z.B. energieeffiziente, nachhaltige Heizungen. Die Aktion reiht sich ein in eine Folge von Protesten, u.a. durch “Rheinmetall Entwaffnen”, “JunepA”, “Friedensaktion Lüneburger Heide” oder die Hamburger „Initiative gegen Rüstungsexporte“, in der auch Aktive aus der Region mitarbeiten.

„Rheinmetall gehört zu den großen Gewinnern im Ukraine-Krieg. Doch durch Bereitstellung von mehr Panzern und LKW wird jeder militärische Konflikt angeheizt und verlängert. Das Exportverbot von Rüstungsgütern in Krisengebiete wird kurzerhand von der Ampelkoalition ausgehebelt, Aufrüstungspläne in kaum vorstellbarem Umfang, ohne jegliche gesellschaftliche Teilhabe beschlossen“, so das Bündnis.

Waffen für die Ukraine?

Rheinmetall gehört zu einem der größten Rüstungskonzernen der Welt. Das Unternehmen will auch am Krieg in der Ukraine kräftig verdienen und logistische Fahrzeuge, Rad- und Kettenfahrzeuge in die Ukraine liefern. Zu Letzteren gehören der Kampfpanzer “Leopard 2″ und der leichtere Schützenpanzer ”Puma”. Spekuliert wird auch über die Lieferung von Hubschraubern und Munition.

Dazu erklärte Konzernchef Armin Papperger gegenüber Focus Online: „Ja, die Ukraine hat bereits angefragt. Der Antrag wird derzeit von der Bundesregierung geprüft. Ich kann in der derzeitigen Situation nur sagen: Wir wollen denen helfen.“

Der Rüstungskonzern Rheinmetall rechnet vor dem Hintergrund des Ukraine-Kriegs in diesem Jahr mit einem riesigen Umsatzplus.


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