Am 22. März war Weltwassertag. Dieser März lässt leider schon Schlimmes erahnen. Vielerorts freuen sich die Menschen über die milden Temperaturen und die Sonne. Wetterexperten warnen allerdings schon jetzt vor einer Jahrhundertdürre.

Wer nach den grauen Anfangsmonaten des Jahres nun endlich die Sonne genießt, tut das Richtige. Schließlich steigern die Sonnenstrahlen erwiesenermaßen das Wohlbepfinden der Menschen. Allerdings kann das schöne Wetter auch zu Denken geben. Allgemein hat es in Deutschland und anderen Ländern, wie nicht nur in Österreich, im März sehr wenig geregnet. Mancherorts fiel noch nicht ein Tropfen auf die Erde. Auf Rügen wurden schon die ersten Waldbrände gemeldet. Zeitgleich wurden die Waldbrandstufen erhöht und der Saharastaub zog über Europa. Währenddessen steht für viele Gärtner:innen das Frühjahr auf dem Programm, und auch hier sind die Böden staubtrocken.

das Hauptaugenmerk liegt hierbei vor allem auf der Trinkwasserversorgung der Bevölkerung. Laut statistischem Bundesamt verbraucht jede:r Einwohner:in 128 Liter Wasser – täglich. Hierbei wird mehr als die Hälfte des Verbrauchs (62%) aus dem Grundwasser gewonnen. Die restlichen Anteile des Wassers stammen aus Fluss-, Talsperren-, Quell- und Seenwasser. Circa 16% des Wassers muss angereichert werden, damit es als Trinkwasser verwendet werden kann. Die Zahlen stammen aus dem Jahr 2019. Je nach geografischer Lage können diese Werte massiv schwanken.

Brandenburgs unsichtbares Gold

In Brandenburg wird beispielsweise 90% des Wasserbedarfs aus dem Grundwasser gewonnen. Doch auch hier macht sich die Klimakatastrophe immer weiter bemerkbar. Die Pegel von Seen, Teichen und Flüssen sinken zunehmend ab oder sie trocknen sogar gänzlich aus. Brandenburg ist Haupttrinkwasserversorger von Berlin. In Berlin wurde in den Dürrejahren 2020 und 2021 sogar damit begonnen, die Trinkwasserversorgung aus Sachsen anzuzapfen.

Gleichzeitig ist Brandenburg nicht gerade für seine Großindustrie bekannt, wie beispielsweise der Ruhrpott. Dennoch setzen die einzelnen Großindustrien dem Grundwasser zu. So kann beispielsweise das neue Teslawerk von Elon Musk bisher noch nicht in den letzten Bauabschnitt gehen, da hierbei eine drastische Entnahme des Grundwassers nötig wäre. Doch auch beim Tagebau Jänschwalde, der von der LEAG betrieben wird, kritisierten die Grüne Liga und die Deutsche Umwelthilfe (DUH) eine „drastische“ Wasserentnahme. Darum darf hier nur noch bis zum 14. Mai Braunkohle gefördert werden.

Seit Jahrzehnten zeichnet sich die Zunahme von Problemen der Klimakatastrophe vor allem beim Trinkwasser ab. Länder der gemäßigten Klimazone mögen jetzt noch verhältnismäßig gut dastehen, doch die Tendenz ist verheerend: Während auf den Klimakonferenzen große Worte geschwungen werden, dass es „Fünf nach Zwölf“ sei, wird Allen so langsam bewusst: der Kapitalismus kann das Klima nicht retten. Am Freitag, am 25. März, ruft die Internationale Jugend gemeinsam mit anderen Organisationen in verschiedenen Städten zu antikapitalistischen Blöcken bei der Klimastreikbewegung von Fridays for Future auf. Ein Tropfen auf dem heißen Stein – aber ein Anfang.


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