Heute Abend beginnt nach zweieinhalbjähriger Pause das Weltwirtschaftsforum in der schweizerischen Stadt Davos. Dort treffen sich die Vertreter:innen führender internationaler Monopolkonzerne sowie von Staaten, um die aktuelle Weltlage zu besprechen. Einig ist man sich dahingehend, dass das kapitalistische Weltsystem in einer tiefen Krise steckt. Ein Kommentar von Phillipp Nazarenko.

Das unter dem Motto “History at a tourning point“ (Geschichte an einem Wendepunkt) stattfindende einwöchige Treffen internationaler Wirtschafts- und Politikeliten widmet sich drei Themenblöcken: Klimakrise, Geopolitik und Weltwirtschaft/Welthandel. Gleich zu Beginn ist klar, welches Thema den Gipfel dominieren wird: Der ukrainische Präsident Selensky wird die Versammlung digital eröffnen. Eine große Anzahl ukrainischer Vertreter:innen, inklusive Kiews Oberbürgermeister Vitaly Klitschko, sind angereist, um die Interessen ihres Staates und ihrer Kapitalist:innen zu vertreten.

Die Gegenseite wird nicht vertreten sein, so schickt Russland dieses Jahr keine Vertreter:innen, weder aus Politik noch aus Wirtschaft. So wird der Krieg in der Ukraine, und welche Perspektiven dieser für die ökonomischen Interessen anderer Länder bietet, diese Woche wohl heiß debattiert werden.

Doch auch die kapitalismusgemachte Klimakrise verbleibt weiter auf der Agenda. Es ist davon auszugehen, dass auch dieses Jahr wieder VertreterInnen der größten Verursacher von Umweltzerstörung und Klimakrise mit von der Partie sind. Ob Dutch Royal Shell oder BP Oil, man muss davon ausgehen, dass es nicht das schlechte Gewissen ist, das die Besitzer:innen dieser Monopolkonzerne dazu treibt hier über die angeblichen „Lösungen“ der Menschheitsprobleme zu debattieren.

Wenn die Profiteure des kapitalistischen und imperialistischen Systems davon sprechen, dass wir auf eine „Zeitenwende“ zugehen, dass „Deglobalisierung“ bevorsteht, dann sollte das den Arbeiter:innen dieser Welt schon Sorgen bereiten. Schon zwei Mal stand das imperialistische Weltsystem vor einem Kipppunkt, schon zwei Mal führten konkurrierende Interessen von Monopolkonzernen und mit ihnen verbundenen Staaten, zu Kriegen die wir millionenfach mit unseren Leben bezahlen mussten.

Mit den geopolitischen Entwicklungen in der Ukraine, aber auch in anderen Regionen wie Taiwan, dem Iran oder zwischen Indien und Pakistan, steigt die Gefahr eines Dritten Weltkrieges rasant an. Nur der gemeinsame Kampf der Arbeiter:innen und Unterdrückten dieses Systems, bietet die Perspektive das Elend des kapitalistischen Krieges und des Krisenchaos zu beenden.


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