Die schnelle Eingreiftruppe der NATO soll von circa 40.000 Soldat:innen auf weit über 300.000 Soldat:innen ausgebaut werden. Das kündigte Generalsekretär Jens Stoltenberg gestern an.

Am Mittwoch beginnt das Gipfeltreffen der 30 NATO-Mitglieder in der spanischen Hauptstadt Madrid. Bereits vor dem Treffen kündigte der Generalsekretär Jens Stoltenberg die Erhöhung der schnell in den Einsatz entsendbaren Soldat:innen an.

Die schnelle Eingreiftruppen – NRF (Nato Response Forces) – bestehen aus Bodenstreitkräften, Luftstreitkräften, Marineeinheit und Spezialeinheiten. Die Hauptaufgabe: Innerhalb weniger Tage an jedem Ort des NATO-Bündnisgebietes zu sein, um dort in den Krieg zu ziehen. Die Einheiten sollen gestaffelt in 10, 30 oder 50 Tagen im Einsatzgebiet ankommen und aktionsfähig sein. Bisher stellt die Bundeswehr rund die Hälfte der 12.000 Soldat:innen umfassenden Heerestruppe der NRF.

Als Grund für die Erhöhung wurde klar der Krieg in der Ukraine genannt. Stoltenberg sagte zu den angekündigten Veränderungen, dass sie die „größte Neuaufstellung unserer kollektiven Verteidigung und Abschreckung seit dem Kalten Krieg“ sei.

Nicht nur soll die Anzahl an Soldat:innen erhöht werden, auch sollen sie nun fest bestimmten Gebieten zugeordnet werden. In Friedenszeiten stehen sie unter nationalem Kommando und können im Kriegs- oder Bündnisfall vom Oberbefehlshaber der NATO-Streikkräfte angefordert werden. Weitere Details sollen im kommenden Jahr in den neuen regionalen Verteidigungsplänen festgelegt werden.

Tausende demonstrieren gegen NATO-Gipfel in Madrid

Mehrere Tausend Menschen haben am vergangenen Sonntag bereits in Madrid gegen den anstehenden Gipfel demonstriert. Die Demonstrant:innen forderten die Auflösung der NATO, die Schließung aller amerikanischer Militärbasen in Spanien und demonstrierten gegen die massive Erhöhung der spanischen Militärausgaben.

Eine für Mittwoch geplante zweite Demonstration gegen das Treffen wurde von der spanischen Regierung verboten. Mehr als 10.000 Polizist:innen sind in Madrid eingesetzt, um den Gipfel abzuschotten.


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